Kommentar Susann Schönfelder: „Keine Ruhe in Sicht“

Kreis Göppingen / Susann Schönfelder 14.09.2018
Der Vorstandschef von Schuler, Domenico Iacovelli, kündigt an, dass viele Bereiche auf den Prüfstand kommen und auch Arbeitsplätze verloren gehen werden.

Gerade einmal fünf Monate an der Spitze des Schuler-Konzerns, greift Domenico Iacovelli ordentlich durch. Zuerst setzte er den Rotstift in der Chefetage an und verkleinerte den Vorstand von vier auf drei Mitglieder. Nicht selbstverständlich, dass der Boss mit dem Sparen ganz oben anfängt.

Doch was Iacovelli außerdem für Pläne in der Schublade hat, klingt für die leidgeprüfte Belegschaft nicht gut: In Göppingen wurde Ende 2014 die Gießerei geschlossen, 125 Jobs fielen weg. Zuletzt wurde die Produktion auf vier Standorte konzentriert, rund 450 Mitarbeiter waren von diesem Einschnitt betroffen, der Stammsitz Göppingen blieb in diesem Fall unberührt. Ruhe kehrt nach dieser massiven Umstrukturierung jedoch nicht ein: Der Vorstandschef kündigt an, dass viele Bereiche auf den Prüfstand kommen und auch Arbeitsplätze verloren gehen werden. Wie, wann und wo genau gespart wird, wird Iacovelli sicher bald vermelden. Dem Streichkonzert steht ein Rekordjahr gegenüber. Umsatz und Ergebnis haben 2017 bisher ungeahnte Höhen erreicht. Diese Tatsache ist für die betroffenen Mitarbeiter besonders bitter. Doch die Marschroute ist klar: Schuler soll im Kerngeschäft weiter wachsen und der globale, digitale Pressenbauer Nummer eins werden. Auf diesem Weg wird nicht nur der Standort Göppingen Federn lassen.

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