Bad Boll Kein-Ohr-Zebra beim Krämermarkt Viele Stände in Bad Boll, aber Händler nur "so la-la" zufrieden

Allerlei zu schauen gab es gestern beim Krämermarkt in Bad Boll. Die Händler waren mit den Besucherzahlen jedoch nicht zufrieden. Foto: Sabine Ackermann
Allerlei zu schauen gab es gestern beim Krämermarkt in Bad Boll. Die Händler waren mit den Besucherzahlen jedoch nicht zufrieden. Foto: Sabine Ackermann
SABINE ACKERMANN 18.07.2012
Obwohl das Wetter gar nicht so übel für einen Krämermarkt-Bummel war, verglichen die meisten Händler ihren Umsatz mit selbigem. "So la-la" lautete der allgemeine Tenor der zahlreichen Marktbeschicker.

Für Hubert Hausner war es eine Premiere. Nicht die Hörberatung an sich, sondern vielmehr das Mitwirken beim Bad Boller Krämermarkt. "Man muss halt schon auf die Leute zugehen und sie ansprechen", lebt er seine Devise. Dabei bietet er einen Schnellhör- und Audiometrie-Test im "Kein-Ohr-Zebra-Fahrzeug" an und weiß interessierte Besucher mit launigen Geschichten zu unterhalten. "Eine Kundin erzählte mir mal, dass ihre Oma aus Versehen ihr Hörgerät anstatt der Zähne abends ins Wasserglas legte." Obwohl sein Standnachbar seit acht Stunden inmitten vieler Bunt-, Duft- und Airbrush-Stifte sitzt, erzählt dieser resigniert: "Habe erst drei Päckchen von meinen Zauberstiften verkauft."

Was immer geht auf dem Krämermarkt, sind die Essensstände. Ob Süßes in allen Variationen oder das verfrühte Abendessen der hiesigen Dorfjugend, Hunger haben die Leute immer. "Viel zu viele Händler mit den gleichen Waren sind heute hier. Das geht ja über die ganze Straße runter und am Ende des Spielplatzes noch rechts weiter", lautet das allgemeine Credo der Marktbeschicker.

Gab es bei der November-Premiere der neu gestalteten Bahnhofallee vielleicht die Hälfte an Ständen, waren es dafür mehr Besucher. Viele verstehen gar nicht, warum heute so wenig los ist, denn am hübschen Platz kann es ja nicht liegen. "Vielleicht haben die Leute kein Geld mehr, wenn sie zu mir kommen", kombiniert Stefan Kottmann mit einem Augenzwinkern. Der Ottenbacher bietet seine Textilien seit 20 Jahren an und weiß genau, dass das beim nächsten Mal schon wieder anders laufen kann. Nichtsdestotrotz hat Gabriele Häberle ein hübsches Muschelarmband ergattert. "Gesehen, anprobiert und für fünf Euro gekauft", verrät die Eislingerin schmunzelnd. Nicht ganz so weit hatte es Ute Pettinger, die nach einem Geschenk für eine frischgebackene Mutter suchte. Während ihr neunjähriger Sohn Yannik sich über Brausestäbchen freut und dessen drei Jahre jüngerer Schwester Dana lieber am süßen "Meterkabel" knabbert, hat sich die Bad Bollerin für zwei Ausstecherle entschieden. "Einmal Traktor und einmal Lokomotive, das passt doch für einen Jungen."