Hermann Pyros Festnetzanschluss bleibt stumm – auch die Internetleitung funktioniert nicht. Seit einer Woche gibt es in Donzdorf Probleme bei verschiedenen Anbietern. Mehrfach habe er mit der Hotline seines Anbieters Vodafone gesprochen, die eine schnelle Lösung des Problems zugesichert habe – auch am Wochenende seien schließlich Techniker im Einsatz, berichtet der NWZ-Leser. „Die bemühen sich zwar, aber es funktioniert noch nicht“, ärgert er sich. Immerhin wurde sein Festnetzanschluss auf sein Handy umgeleitet, so dass er zumindest erreichbar ist.

Auch Betriebe müssen auf Internet verzichten

Betroffen sind zahlreiche Anschlüsse rund um die Poststraße bis hin ins Industriegebiet Ösch, wo gleich mehrere Betriebe ohne Internet und Telefonanschluss sind. Unternehmer Markus Hofmann, dessen Firma Textilien für die Industrie vertreibt, ist empört über seinen Anbieter: „Ich bin Business-Kunde der Telekom und erwarte eine zügige Lösung, wenn ein Problem vorliegt. Das ist mir vertraglich zugesichert.“ Zwar sei es auch für Privatleute ärgerlich, auf Telefon und Internet verzichten zu müssen. „Für uns ist es existenzbedrohend, wenn man Aufträge nicht abwickeln kann, weil keine Kundendaten ankommen können“, berichtet er.

Schaden bei Bohrarbeiten entstanden

Nach Recherchen unserer Zeitung kam es schon am 6. Juni am späten Vormittag bei Bauarbeiten an einem Wohn- und Geschäftshaus, das an der Poststraße entsteht, zu einer Beschädigung eines Erdkabels der Telekom. Es habe eine „Fremdfirma bei Bohrarbeiten erheblichen Schaden an unseren Kabeln verursacht“, wie ein Sprecher der Telekom mitteilt. Über deren Leitungen laufen auch die Daten anderer Anbieter, so dass Kunden von anderen Gesellschaften betroffen sein können – so wie Hermann Pyro bei Vodafone. Wie viele Anschlüsse in Donzdorf im Moment nicht funktionieren, verrät die Telekom nicht. Für die betroffenen Kunden indes hat sie keine guten Nachrichten: „Durch die Größe des Schadens gehen wir derzeit davon aus, dass die Reparatur noch bis kommende Woche dauern wird“, erklärt der Telekom-Sprecher. Eine Baufirma sei zurzeit dabei, die durchbrochenen Kabelstränge freizulegen und zu reparieren. Allerdings hatte es offenbar etwas gedauert, bis die Arbeiten begannen.

Nicht im Austausch mit der Telekom

Erst am Mittwoch, also fast eine Woche nach dem Schaden, sei bei der Stadtverwaltung ein Genehmigungsantrag eingegangen, der für die Aufgrabung der Leitungen notwendig ist. „Diesen haben wir umgehend bearbeitet und ihm stattgegeben“, berichtet Bürgermeister Martin Stölzle. Viel mehr sagt der Rathauschef nicht. „Das ist in erster Linie Sache der Telekom und ihren Kunden“, erklärt er. Man sei mit der Telekom in der Regel auch nicht im Austausch, auch nicht bei Störungsmeldungen. Warum es aber so lange gedauert hat, bis die Telekom und ihre beauftragte Baufirma den Antrag gestellt haben, weiß er nicht. „Wenn die Telekom entsprechende Anfragen hat, bearbeiten wir diese immer kurzfristig“, versichert Stölzle. Unternehmen im Industriegebiet ist mit LTE-Funkleitungen erste Hilfe angeboten worden – doch die kam noch nicht überall an. „Ich warte jeden Tag darauf, dass mir die Telekom wie versprochen die Hardware zur Verfügung stellt“, klagt Markus Hofmann – bislang kam kein Paket an. Für ihn und viele andere heißt es: weiter warten.

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