Datenverkehr Kein Internet im Heuschober

Die Gemeinde Mühlhausen will zum jetzigen Zeitpunkt den Ausbau des Glasfasernetzes nicht weiter forcieren.
Die Gemeinde Mühlhausen will zum jetzigen Zeitpunkt den Ausbau des Glasfasernetzes nicht weiter forcieren. © Foto: dpa
Mühlhausen / Johannes Traub 27.07.2018
Die Gemeinde Mühlhausen liegt bei der Breitbandversorgung über dem Landesdurchschnitt.

In Mühlhausen liegt die Breitbandversorgung über dem Landesdurchschnitt – fast alle Haushalte sind mit schnellem Internet oder zumindest der Möglichkeit, sich schnelles Internet per Vertrag mit einem Anbieter zu sichern, versorgt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte die Firma Broadband Academy ihre Untersuchungsergebnisse dar und beriet die Gemeinderäte über weitere Möglichkeiten der Breitbandversorgung. Die Präsentation der beiden Vertreter der Broadband Academy, Oliver Laible und Maria Krause, endete in deren Empfehlung, einen Förderantrag beim Bundesförderprogramm Breitbandversorgung zur „Erschließung der weißen Flecken Mühlhausens zu stellen“, erklärte Krause.

Die Gemeinderäte und Bürgermeister Bernd Schaefer zeigten sich vorerst abwartend, auch wenn Schaefer die Breitbandversorgung als „wichtigen Faktor für Gewerbetreibende“ sieht. Sascha Huck brachte die Stimmung auf den Punkt: „Die Versorgung ist ja eigentlich schon da.“ Laible und Krause mussten dem zustimmen, rieten jedoch trotzdem zum Förderantrag. Bürgermeister Schaefer stimmte Sascha Huck zu und erklärte den beiden Ortsfremden von der Broadband Academy, dass nicht jeder weiße Fleck auf Mühlhausens Karte ein Eigenheim mit Internetanschluss sei. Vor allem die vielen nicht versorgten Gebäude auf der Alb, „ausgenommen die Eselhöfe“, erklärte Schaefer, seien „Wochenendhäuser oder kleinere Schuppen. Manche davon brauchen oder wollen sogar gar kein Internet und sind froh um die Ruhe.“ Für Erheiterung sorgte seine trockene Schlussfolgerung: „Wir werden uns bestimmt nicht zur Lachnummer machen und Heuschober mit Breitbandinternet versorgen.“

Hinzu kommt der Umstand, dass sich Mühlhausen an dem im Entstehen geplanten interkommunalen  Gewerbegebiet auf der Laichinger Alb beteiligt und sich daher mit eigenen Breitbandinvestitionen zurückhalten möchte. „Da warten wir die Gespräche ab“, erklärte Schaefer. Nichtsdestotrotz seien die Markterkundung und die Abfrage des vorhandenen Interesses der Telefonanbieter durch die Broadband Academy „eine gute Grundlage, um am Ball zu bleiben.“ Zumal die Recherchen der Firma durchaus Sand bei Telekom, Unitymedia und Co aufgewirbelt hätten. Mike Geist beschied: „Nur, weil die Unternehmen bis jetzt nichts ausgeben wollten, um die kleinen Höfe zu versorgen, müssen wir uns den Schuh nicht anziehen und deren Arbeit machen.“ Die Räte teilten Geists Einstellung, der „deren Faulheit nicht abfangen“ wollte. Schaefer stellte abschließend fest: „Zum jetzigen Stand 200.000 Euro zu investieren ist sehr fraglich. Im Herbst wissen wir mehr.“ Dann seien auch die Gespräche mit der Laichinger Alb fortgeschritten. Die Gemeinderäte entließen die beiden Gäste mit der Zusage, den Sachverhalt weiter zu besprechen und bei Bedarf auf sie zurückzukommen.

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