Gingen Kein Grüngut mehr auf dem Grünenberg

Seit 2006 können die Menschen aus Gingen ihr Grüngut auf dem Sammelplatz bei Grünenberg entsorgen. Zwischen 60 000 und 80 000 Euro müsste die Gemeinde jedoch investieren, um den Sammelplatz gemäß neuer gesetzlicher Anforderungen umzugestalten.
Seit 2006 können die Menschen aus Gingen ihr Grüngut auf dem Sammelplatz bei Grünenberg entsorgen. Zwischen 60 000 und 80 000 Euro müsste die Gemeinde jedoch investieren, um den Sammelplatz gemäß neuer gesetzlicher Anforderungen umzugestalten. © Foto: Schwabenpress
Gingen / Günter Hofer 18.05.2018
Es ist eine Frage der Zeit, wie lange die Bürger aus Gingen ihr Grüngut noch auf den Kompostplatz am Grünenberg bringen können.

Im Jahr 2006 hat die Gemeinde Gingen den Kompostplatz für Grüngut am Grünenberg für etwa 66 500 Euro errichtet. Er ersetzte den alten Sammelplatz „Hirschlauch“ zwischen Süßen und Gingen. Aufgrund neuer Vorgaben müsste die Gemeinde mehrere zehntausend Euro investieren, um den Grüngutplatz weiter betreiben zu können.

Bereits zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme vor knapp zwölf Jahren brachte der Gemeinderat zum Ausdruck, dass er für eine bürgernahe Lösung plädiert. Auch in den folgenden Jahren setzte er sich immer wieder für den Erhalt und die weitere Betreibung der Grüngutsammelstelle ein. Mit Einführung der Bioabfallverordnung durch den Landkreis im Jahr 2012 zeichneten sich Änderungen für das bis dahin bestehende Grüngutkonzept ab. Mit einem Schreiben vom Dezember vergangenen Jahres hat der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) der Gemeinde Gingen mitgeteilt, dass mittlerweile die meisten Sammelplätze entsprechend den rechtlichen Anforderungen umgebaut beziehungsweise kurz vor der Fertigstellung sind. Zwischenzeitlich konnten die Anforderungen an einen kommunalen Sammelplatz zwischen Gemeinde und AWB konkretisiert werden.

Hohe Kosten bei Weiterbetrieb

Ein K.O.-Kriterium für den bisherigen Sammelplatz Grünenberg sind zum Beispiel der geforderte Abwasseranschluss oder eine Abwasserzisterne. Da der Platz außerhalb Grünenbergs sehr abseits liegt, ist der Unterhalt durch den Bauhof nur erschwert und mit hohen Kosten machbar. Zudem ist auch die Überwachung des Platzes bei festen Öffnungszeiten erschwert. Um den bisherigen Platz nach neuen Gesichtspunkten weiter nutzen zu können, geht die Verwaltung von Gingen von Investitionen in Höhe von etwa 60 000 bis 80 000 Euro aus – auch im Hinblick auf die hohen organisatorischen Aufwendungen sowie Folgekosten. Ein weiteres Betreiben des Platzes wird unter den Gegebenheiten von der Verwaltung nicht empfohlen.

Wo sollen die Menschen aus Gingen aber künftig ihr Grüngut entsorgen? Eine Alternative könnte sein, einen kommunalen Grüngutsammelplatz am Wertstoffhof beim Gemeindebauhof in der Brunnenstraße neu zu errichten. Hierbei könnten Synergien in Verbindung mit den Öffnungszeiten des Wertstoffhofs und Grüngutsammelplatzes erreicht werden. Allerdings müsste die Verwaltung für diese Alternative ebenfalls etwa 70 000 Euro zuzüglich Unterhalts- und Betriebskosten in die Hand nehmen.

Durchaus denkbar ist auch die Möglichkeit, dass sich Gingen an dem zentralen Grüngutplatz der Kommunen Salach, Süßen und Donzdorf beteiligt. In diesem Fall müsste der Gingener Bürger sein Grüngut zum Beispiel auf den Sammelplatz, etwa fünf Kilometer entfernt, in Süßen bei der ehemaligen Firma Kellerbau bringen. Für diese Lösung würden jährlich kalkulierte Kosten von etwa 4000 Euro entstehen.

Groeneveld für Testphase

Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag war es Bürgermeister Marius Hick sehr wichtig, die möglichen Handlungsalternativen genau aufzuzeigen. Wir müssen die Bürger, so Marius Hick, für alle Richtungen sensibilisieren. Der Weiterbetrieb kommt für Hick nicht in Frage. „Was Gingen braucht, ist ein vernünftiger Entsorgungsweg“, betonte er. Gemeinderat Bernd Groeneveld (UWG/FW) hatte sich kurzzeitig mit der Lösung beim Wertstoffhof in der Brunnenstraße angefreundet. Nahm dann aber seine Meinung zurück, weil er bezweifelt, dass die Abholung durch die AWB zeitnah erfolgt und weil die Errichtung ein „Haufen Holz“ kostet. Gemeinderat Bernd Groe­neveld tendiert zu einer zweijährigen Testphase zusammen mit Süßen. Auch sein Gemeinderatskollege Wilhelm Preßmar (CDU/FWV) war selbiger Meinung und meinte nur, man soll gar nicht lange „rumeiern“. Für seinen Fraktionskollegen Klaus Staffa sind 70 000 Euro auch zu viel Geld. Für ihn ist es kein Hindernis, einen anderen Grüngutsammelplatz entweder in Süßen oder Kuchen anzufahren.