Wäschenbeuren Karl Vesenmaier tritt zur Neuwahl an

Karl Vesenmaier möchte auch noch drei weitere Jahre Rathauschef bleiben. Er fühle sich auch nach 40 Jahren Amtszeit fit und den Herausforderungen gewachsen, so der Bürgermeister.
Karl Vesenmaier möchte auch noch drei weitere Jahre Rathauschef bleiben. Er fühle sich auch nach 40 Jahren Amtszeit fit und den Herausforderungen gewachsen, so der Bürgermeister. © Foto: Staufenpress
Wäschenbeuren / Kristina Betz 27.07.2018
Statt sich in den Ruhestand zu verabschieden, will Karl Vesenmaier in seine sechste Amtszeit starten. Nach neuem Recht ist das möglich.

Die Spekulationen um seine Amtszeit beendete Wäschenbeurens Bürgermeister Karl Vesenmaier zum Ende der jüngsten Gemeinderatssitzung: Auch wenn der 67-Jährige mit seinem Geburtstag im März 2019 eigentlich in Rente gehen könnte, möchte er weiter machen. Betont aber mit einem Schmunzeln: „Ich klebe nicht an meinem Stuhl fest, ich bin durchaus noch beweglich.“

Normalerweise endet seine Amtszeit mit Vollendung des 68. Lebensjahres. Auch wenn die Gesetzeslage sich mittlerweile verändert hat und Bürgermeister länger im Amt – bis zur Vollendung des 73. Lebensjahres – bleiben können, wird im Falle des Wäschenbeurener Gemeindeoberhauptes eine Neuwahl im März 2019 fällig.

„Weil das Gesetz erst nach meiner Wiederwahl beschlossen wurde, bedeutet das, dass ich mich, wenn ich weiter arbeiten möchte, erneut zu Wahl stellen muss“, erklärt Vesenmaier. Auch der ehemalige Bürgermeister von Ebersbach, Sepp Vogler, stand 2016 vor der Entscheidung, ob er sich nach Vollendung seines 68. Lebensjahres erneut zur Wahl stellen möchte. Vogler entschied sich damals dagegen. „Bürgermeister zu sein in Ebersbach ist ein absolut interessantes, herausforderndes und kräftezehrendes Amt. Ich bin keine 45 oder 55 Jahre mehr – leider“, erklärte er damals.

Ganz anders liegt der Fall bei Karl Vesenmaier, der betont: „Ich fühle mich fit und den Aufgaben für das Amt als Bürgermeister vollumfänglich gewachsen.“ Außerdem verstehe er sich als „Querdenker, der sich vom inneren Stimmungsbild leiten lässt. Und da erkenne ich noch großes Kraftpotential, das ich zum Wohle einer gedeihlichen Entwicklung unserer Gemeinde einsetzen möchte.“

Für seine Erklärung zum Wiederantritt gab es Applaus des Gemeinderats und wohlwollende Worte. Gemeinderat Peter Schührer (SPD-Fraktionsvorsitzender) verwies darauf, dass er von vielen Bürgern auf den Tagesordnungspunkt angesprochen worden sei, ob der Bürgermeister wohl amtsmüde sei, habe man wissen wollen. Er habe keinen Zweifel daran gehabt, dass eine Wiederwahl ansteht.

Der Bürgermeister verwies indes auf „viele gereifte Projekte, die über meine Wahlversprechen hinaus gehen“. So führte er zum Beispiel das Sonne-Areal, das Kaißer-Areal, die Ausweisung neuer Baugebiete, die Gewerbeansiedlung, die Schaffung von Wohnquartieren sowie die Sicherung des Schulstandorts Wäschenbeuren an.

„Im Amt des Bürgermeisters habe ich meinen Traumberuf gefunden, bei dem ich mich, wie man so schön sagt, verwirklichen kann“, drückt der Bürgermeister seine Verbundenheit zu seinem Amt aus. Sollte Karl Vesenmaier 2019 in die letzten drei Jahre seiner Amtszeit starten können, wäre er insgesamt 40 Jahre im Amt als Bürgermeister gewesen. Mit Vollendung des 73. Lebensjahres ist dann aber wirklich Schluss, so will es das Gesetz.

Neues Gesetz erfordert Wiederwahl

Wahl Als Karl Vesenmaier 2014 für seine fünfte Amtszeit zum Wäschenbeurener Bürgermeister gewählt wurde, griff noch die alte gesetzliche Regelung. Entsprechend dieser endet die Regelamtszeit mit der Vollendung des 68. Lebensjahres.

Änderung Zwischenzeitlich änderten sich die rechtlichen Rahmenbedingungen und Bürgermeister können bis zur Vollendung des 73. Lebensjahres im Amt bleiben.

Wahltermin Laut Gesetz muss der Wahltag auf einen Sonntag, frühestens drei Monate vor und spätestens einen Monat vor Freiwerden der Bürgermeisterstelle festgesetzt werden. ­Gewählt wird im März 2019.

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