Eschenbach Kampf um das Eschenbacher Hallenprojekt

Eschenbach / JÜRGEN SCHÄFER 11.09.2015
Will Eschenbach eine Halle? Vor dem Bürgerentscheid am 20. September geht's nochmal zur Sache: bei einer Bürgerversammlung nächsten Montag.

Harte Schatten wirft der Bürgerentscheid zum Bau einer interkommunalen Mehrzweckhalle in Eschenbach voraus. Im Ort herrscht Wahlkampfatmosphäre: Befürworter und Gegner liefern sich im örtlichen Mitteilungsblatt einen Schlagabtausch, ein Widerhall findet sich in Leserbriefen in der NWZ. Das neue "Bündnis Zukunft für Eschenbach" will die Hallenpläne stoppen, der Schultes und die große Mehrheit der Gemeinderäte werben für das Projekt. Letztere in einer Rubrik "Eschenbacher Gemeinderäte - für eine Halle für Alle". Was nicht so klar zum Ausdruck bringt, dass nicht alle Eschenbacher Gemeinderäte für den Hallenbau sind. Zwei hatten gegen den Grundsatzbeschluss gestimmt, - sei es grundsätzlich oder zu den vorliegenden Kosten. Folge: Eine Fraktion ist jetzt gespalten. Die Befürworter praktizieren den Schulterschluss und treten jetzt unter dem Namen "Gemeinderatsgruppierung pro Halle" auf.

Hart im Raum stoßen sich die Meinungen. "Diese Halle wird nur gewollt, nicht gebraucht", befindet die Bürgerinitiative. Weil der Bedarf nur behauptet werde, nicht belegt. Was der Schultes in langen Ausführungen zu entkräften sucht, unter der Rubrik: "Meinung des Bürgermeisters". Die "Gemeinderatsgruppierung pro Halle" spricht von "dringender Notwendigkeit" und führt an, wem die Halle alles nütze - außer dem Vereinssport: Schule, Kindergärten und Senioren, und vieles weitere böte sich an, von Weihnachtsfeiern bis zur Muttertags-Aktionen, selbst für die Eschenbacher Feste sei eine Halle bei schlechtem Wetter das Richtige.

Die Gegner kontern: Wegen des Ausbaustandards dürften höchstens neun sonstige oder kulturelle Veranstaltungen pro Jahr stattfinden. Bürgermeister Thomas Schubert präzisiert: Das Limit liege bei zehn, und das sehe er angesichts der bisherigen Häufigkeit als völlig ausreichend. Umstritten ist schon der Vereinssport-Bedarf: Die Bürgerinitiative bezweifelt ihn und fände es angebracht, wenn der TSV für die Halle Eigenleistung brächte.

Braucht Eschenbach eine Halle? Was darf sie kosten? Das sind auch nach 20 Jahren Streitfragen am Ort. So lange laufen schon Planungen, es wurde vor Gemeinderatswahlen Stellung bezogen, und vor etlichen Jahren scheiterte ein Anlauf an einer Kostenexplosion. 3,5 Millionen wären es damals gewesen, heute läge der Eschenbacher Anteil bei 2,2, weil Heiningen sich beteiligen will. Was die Bürgerinitiative auch für fraglich hält. Heiningen könne ja finanziell die Luft ausgehen.

Ein weiterer Rückblick: Es schien damals nur eine Fußnote, dass ein Gemeinderat von Unmut in der Bürgerschaft berichtete. Heute weiß man es genauer. 278 Unterschriften gegen eine Halle oder zumindest für eine Abstimmung hat die Bürgerinitiative vorgelegt.

Info: Bürgerversammlung zum Bürgerentscheid in Eschenbach am Montag, 14. September, ab 19 Uhr in der Grundschule. Befürworter und Gegner kommen zu Wort.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel