Gemeindevollzugsdienst Kampf gegen wuchernde Hecken

Dauerschleichweg Beckenberg in Eschenbach – ein Fall für den Ordnungshüter.
Dauerschleichweg Beckenberg in Eschenbach – ein Fall für den Ordnungshüter. © Foto: Jürgen Schäfer
Heiningen / Jürgen Schäfer 04.08.2018

Er kennt sich aus mit der Ordnungsliebe seiner Mitmenschen. Im oberen Filstal war er jahrelang im Auftrag verschiedener Gemeinden unterwegs, um aufzuklären und zu ahnden, was nicht sein darf: wilder Müll, verbotenes parken, Verstöße gegen den Jugendschutz. Seit Januar  ist Süleyman Sözener für Heiningen, Eschenbach und Zell im Einsatz. Im Heininger Gemeinderat gab er einen Erfahrungsbericht.

Überrascht hat ihn, dass überstehende Hecken  in Heiningen ein großes Thema sind.  „Na gut“, sagt er sich, „mal was anderes.“ Er hat die überstehenden Hecken inspiziert und die Besitzer angesprochen. „Das hat funktioniert“, bescheinigt ihm sein Dienstherr, Bürgermeister Norbert Aufrecht. Gemeinderat Dieter Nemec (SPD) nickt. Seine Nachbarin sei gleich mit der Heckenschere raus, um der Aufforderung Folge zu leisten. Nur in einem Fall im Ort wird’s damit nicht getan sein, weiß der Schultes. „Das wird Rechtsstreitigkeiten zur Folge haben.“

Heiningen handhabe das mit Augenmaß, sagt Aufrecht. „Richtwert: 30 Zentimeter.“ Was Nemec doch etwas viel findet. Bernd Bräunle (CDU) will eine klare Linie haben: Das sei die Grundstücksgrenze.

Er kann mit den Leuten, bescheinigt Aufrecht dem Ordnungshüter. Sözener schaffe es sogar, Nachbarkeitsstreitigkeiten zu regeln. Das erspare dem Rathaus Anrufe.

Beim Parken drücken der Ordnungshüter und die Gemeinde noch ein Auge zu. Wegen der Großbaustelle in der Ortsmitte. Aber das bleibe nicht so. „Es wurden auch schon Verstöße gemeldet“, sagt der Schultes. Im Gewerbegebiet Reusch hat Sözener Anhänger unter die Lupe genommen, die dort in beträchtlicher Zahl stehen. Der Gemeinde sind sie ein Dorn im Auge.

Anhänger im Visier

Nur sei das nicht so einfach, weiß Aufrecht. Wenn der Ordnungshüter Anhänger aufschreibt, frage das Landratsamt beim Halter nach, und der gebe an, die seien fristgerecht bewegt worden. Trotzdem glaubt Aufrecht: „Das Signal an den Halter ist da. Ich habe den Eindruck: Die Situation hat sich gebessert.“

Sözener sagt selbst: „Es ist kein einfacher Job.“ Aber er versuche immer zu erklären und zu schlichten, er sage: „nicht böse sein“. Aber wenn’s Geld kostet, seien die Leute sauer. Dass er es gut mache, ist auch der Eindruck von Claudia Schlürmann (Frauenliste) und Matthias Kreuzinger (CDU).

Dreieinhalb Stunden in der Woche ist Sözener in Heiningen, je zwei in Eschenbach und Zell. Da schafft er einiges. In Eschenbach überwache er momentan verstärkt die Spielplätze, die Zufahrt zu den Schrebergärten, die Freizeitanlage am Kuhnberg und den „Dauerschleichweg“ am Beckenberg, berichtete Amtsleiter Alexander Slawinski im Gemeinderat. Die Marschroute: Bisher habe es Verwarnungen gegeben, ab jetzt würden Verstöße angezeigt.

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