Einsatz Kampf an allen Fronten

Böhmenkirch / Jochen Horndasch 05.07.2018

Die Sirene heult los. Der Hausalarm an der Grund- und Hauptschule in Böhmenkirch hat ausgelöst. Die Anweisung aus dem Lautsprecher sorgt für Klarheit. „Es ist ein technischer Defekt aufgetreten. Bitte verlassen sie das Gebäude. Beachten sie dabei die Fluchtwegkennzeichnung.“

Es ist Samstag 16 Uhr. Dicker Qualm dringt aus dem Untergeschoss. Bereits wenige Minuten später ertönt das Martinshorn. Die freiwilligen Feuerwehren aus Böhmenkirch, Steinenkirch, Treffelhausen und Schnittlingen sowie die Drehleiter und die „Führungsunterstützungstruppe“ aus Geislingen rücken an. Als erster ist Zugführer und Einsatzleiter Thomas Nagel vor Ort. Er sondiert die Lage und verschafft sich schnell einen Überblick: Im Technikraum im Keller der Schule ist es offenbar durch einen Fehler an einem Gerät zu einem Brand mit starker Rauchentwicklung gekommen. Der Techniklehrer und eine weitere Person befinden sich allem Anschein noch dort. Eine weitere Hiobsbotschaft: Aufgrund der starken Rauchentwicklung ist einer  Schulklasse im zweiten Stock der Fluchtweg durchs Treppenhaus versperrt
 15 Schüler sitzen fest und blicken ängstlich durch die Fenster auf das Geschehen im Schulhof. Weitere 15 Kinder im Erdgeschoss haben sich ins Freie retten können.

Mittlerweile sind elf Fahrzeuge und 71 Feuerwehrleute vor Ort. Dazu kommen noch drei Einsatzfahrzeuge der DRK-Ortsgruppe Böhmenkirch mit acht ehrenamtlichen Rettungssanitätern. Nun läuft alles wie am Schnürchen. Wasserschläuche werden ausgerollt, an Hydranten und Verteiler sowie an die Löschfahrzeuge angeschlossen. Der Atemschutztrupp rüstet sich mit Masken und Sauerstoffflaschen aus, die etwa für eine Stunde reichen. Die
30 Meter lange Drehleiter geht in Position, ein Feuerwehrmann steigt in den Korb und wird zu den Fenstern im zweiten Obergeschoss befördert. Ein großer Ventilator an der Eingangstür zur Schule bläst derweil den Qualm durch ein offenes Fenster ins Freie.

Nun macht sich der Atemschutztrupp auf den Weg in den Keller. Nach kurzer Zeit kommen die beiden Feuerwehrleute mit dem verletzten Techniklehrer zurück. Zwei Rettungssanitäter nehmen ihn in Empfang. Noch auf der Trage wird er mit Sauerstoff versorgt. Eine zweite Person wurde nicht gefunden. Offensichtlich war das eine Fehlinformation. Mittlerweile werden auch die Kinder aus dem zweiten Stock über die Drehleiter gerettet.

Wenige Minuten später stehen alle wohlbehalten im Schulhof. Nach einer Stunde ist die Hauptübung der Feuerwehr Böhmenkirch erfolgreich beendet. Es wird zusammengepackt. Einsatzleiter Thomas Nagel ist sichtlich entspannt und zufrieden. „Alles hat prima funktioniert, die Zusammenarbeit war hervorragend. Jeder wusste genau, was er zu tun hat“, lobt der Einsatzleiter seine Kameraden.

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