Adventsserie Revierförster lässt uns in die Wildkammer blicken

Die Wildkammer im Schlater Wald: Förster Erich Staib (Bild) und Kollegen sind mit dem Betrieb und der Vermarktung täglich beschäftigt – als Zusatzaufgabe.
Die Wildkammer im Schlater Wald: Förster Erich Staib (Bild) und Kollegen sind mit dem Betrieb und der Vermarktung täglich beschäftigt – als Zusatzaufgabe. © Foto: Staufenpress
Schlat / Jürgen Schäfer 05.12.2018
Die NWZ blickt in ihrer Adventsserie jeden Tag hinter eine Tür, deren Hintergründe sonst oft verborgen bleiben.

Die Afrikanische Schweinepest ist nähergerückt – in der Wildkammer des Staatlichen Forstamts Göppingen im Schlater Wald zeigt sich das indirekt. Dort landet die Ausbeute von Drückjagden, die in diesem Jahr auch mit der Schweinepest im Nacken laufen. „Wir wollen die Wildschwein-Population stark runterkriegen“, sagt der Schlater Revierförster Erich Staib.

Denn weniger Schweine in Wald und Flur heißt weniger Ansteckungsgefahr. Die 300 Kilometer bis Tschechien, gleich hinter dem Bayerischen Wald, wo es Fälle von Schweinepest gab, sind keine Entfernung für einen Virus, sagt Staib. Eben jetzt liefen zwei große Drückjagden bei Gruibingen und Bad Boll. Was zur Strecke gebracht wurde, läuft über die Wildkammer im Schlater Wald. Keiler, Sauen, viele Rehe.  Eine zentrale Durchgangsstation.

So sieht es in der Wildkammer aus

Staib öffnet die Tür zu einem Raum, nicht groß, nicht klein, in dem die Jäger ihre Beute ausnehmen. Über den Köpfen ist ein Gestänge installiert, die Rohrbahn,  an dem die Tiere mit Haken hängen und mit leichter Hand im Raum geschoben werden können, wie es der Arbeitsablauf erfordert. Ein nüchterner Raum. Wasseranschluss, eine Schreibplatte, Vorschriften an der Wand. Nach dem Ausnehmen wandern die Tiere in die Kühlkammer, wo sie lagern, bis der Metzger sie holt. „Die Kunden wollen es, wenn das Fleisch abhängen kann. Es reift gewissermaßen“, sagt Staib.

Mehr Hintergründe zur Jagd im Schlater Wald, zur Organisation. Funktionsweise und Verwaltung der Wildkammer lesen Sie in der Mittwochsausgabe und im E-Paper.

Sammelpunkt für die staatliche Jagd

Umfang Der Staatsforst im Kreis umfasst 6050 Hektar, das ist ein schwaches Drittel des gesamten Waldbestandes. Davon werden 4500 Hektar in Eigenregie bejagt.  

Helfer In den neun Jagdbögen sind ungefähr 100 mithelfende Jäger unterwegs. Sie erwerben eine Lizenz, einen Begehungsschein, und zahlen eine überschaubare Gebühr.  Für den Staatsforst sind sie wichtig.

Notwendigkeit Wild wird geschossen, weil es Schaden anrichtet und  keine natürlichen Feinde hat, die die Population begrenzen. Für Wildschäden in der Landwirtschaft muss der Jagdverantwortliche, das Land wie der private Jagdpächter,  Entschädigung zahlen.

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