Kreis Göppingen JU toleriert keine Verlängerung der Rettungsfristen

Kreis Göppingen / SWP 13.07.2015
Die JU im Kreis Göppingen kritisiert eine mögliche Verlängerung der notärztlichen Hilfsfrist. Innenminister Gall hatte dies im Mai ins Gespräch gebracht.

"Jede Minute zählt" - gemäß dieser Devise fordert der Göppinger Kreisverband der Jungen Union (JU) die Landesregierung und das Innenministerium auf, Diskussionen über die Verlängerung der notärztlichen Hilfsfrist - also die Zeit, bis der Rettungswagen bei einem Notfallpatienten eintrifft - zu unterlassen. Innenminister Reinhold Gall (SPD) hatte im Mai ins Gespräch gebracht, die Frist von 15 auf 18 Minuten zu verlängern, weil die bisherigen Vorgaben kaum eingehalten würden.

Die Erhöhung von Hilfsfristen von 15 auf 18 Minuten sei nicht tragbar, unterstreicht die JU in einer Pressemitteilung. "Hier im ländlichen Raum, beispielsweise in den Schurwald-Gemeinden, würde eine solche Fristenerhöhung für die Menschen eine weitere Verschlechterung der notärztlichen Versorgung bedeuten", umreißt der JU-Kreisvorsitzende Simon Weißenfels die Lage - und mahnt zugleich: "Baden-Württemberg würde durch diese Maßnahme im Ländervergleich Schlusslicht werden."

Die aktuelle gesetzliche Soll-Regelung bei Hilfsfristen von zehn Minuten und Muss-Regelung von 15 Minuten sollte vom Ministerium nicht aufgeweicht werden, heißt es in der Mitteilung weiter. Mit 96,1 Prozent Fristeinhaltung bei Rettungswagen und 93 bei Notärzten solle sich die Landespolitik für weitere Verbesserungen im Rettungsdienstbereich Göppingen einsetzen.

Laut JU nimmt Göppingen bei den Hilfsfristen, vor allem im notärztlichen Bereich, im Landesvergleich einen Mittelfeldplatz ein. Weitere Defizite dürfen laut Weißenfels weder in Göppingen noch in entfernten Gebieten und Kommunen in Landkreis entstehen, "denn bei akuten Fällen wie Schlaganfall und Herzinfarkt zählt jede Minute".

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