Zusammenschluss Jetzt unter einem Dach

Die Togohilfe Donzdorf und die Waldstetter Hilfe für Togo werden eins: Gemeinsam wollen die Ehrenamtlichen – wie bisher auch – in Togo Gutes tun. Zum Beispiel mit dem Bau von Schulen.
Die Togohilfe Donzdorf und die Waldstetter Hilfe für Togo werden eins: Gemeinsam wollen die Ehrenamtlichen – wie bisher auch – in Togo Gutes tun. Zum Beispiel mit dem Bau von Schulen. © Foto: Privat
Donzdorf / Anja Müller 14.08.2018

Der Name hat sich gewandelt, die Ziele bleiben die gleichen: Während der Waldstetter Verein „Hilfe für Togo“ sich bisher vor allem mit Hilfsprojekten in der Südhälfte des westafrikanischen Landes engagiert hat, hat dies die „Togohilfe Donzdorf“ im Norden getan. Beide über Jahrzehnte erfolgreich, beide mit demselben Ziel: „Die Leute so zu unterstützen, dass sie dort zufrieden leben können“, sagt Anton König, letzter Vorsitzender der Togohilfe Donzdorf. Deren Arbeit geht nun unter dem Dach des Waldstetter Vereins weiter, beide haben sich zusammengeschlossen unter dem Namen „Hilfe für Togo Waldstetten-Donzdorf“.

Der Donzdorfer Verein hatte ein existenzielles Problem, das sich am Altersdurchschnitt zeigt: Bei über 70 Jahren habe der gelegen, sagt König. „Ich habe keine Nachfolge für den Vorstand gefunden“, das war vor einem Jahr. Der Waldstetter Verein hat dieses Problem nicht. Bei 42 Jahren habe das Durchschnittsalter bei der bisherigen Hilfe für Togo gelegen, sagt der Vorsitzende Anton Weber. Bei den Reisen der Vereinsabordnungen zu den Projekten in Togo zweimal pro Jahr seien  junge Leute dabei. Nach den zwei bis drei Wochen Rundreise entscheiden sie, wo sie ein mehrmonatiges Praktikum machen, erzählt Weber. Diese jungen Menschen bleiben dem Verein erhalten, ist seine Erfahrung.

Bildung, Ausbildung, Wasser und Gesundheit waren bisher die Schwerpunkte der Waldstetter Hilfe für Togo, die sie mit dem Bau von Schulen, Brunnen, Krankenstationen, eines Ausbildungszentrums oder Landwirtschaftsprojekten umgesetzt hat. Ähnlich gestaltete sich die Arbeit der Togohilfe Donzdorf im Norden des Landes. Dort habe der Verein in 30 Jahren 16 Schulen gebaut, erzählt König, der von Anfang an dabei und 17 Jahre Vorsitzender war. Anfangs haben die dort lebenden Halbnomaden ihre Kinder nicht zur Schule geschickt. Inzwischen füllen 3300 Schüler die Schulen. „Die Leute haben gelernt: Ihre Kinder brauchen Bildung“, sagt König. Ebenso habe der Verein unter anderem eine Krankenstation, eine Blindenschule und Brunnen gebaut und unterstütze  handwerkliche Genossenschaften. Räumlich betrachtet „sind unsere Projekte überschaubar“.

Vor vier Jahren haben Wald­stetter und Donzdorfer gemeinsam eine weiterführende Schule gebaut. Die Waldstetter haben zudem bereits zweimal Donzdorfer Projekte angeschaut, sagt Weber. Und das steht auch bei der nächsten Togo-Reise im Herbst an: Neben den zahlreichen Projekten der Waldstetter wolle die Delegation zur Bestandsaufnahme alle Donzdorfer Projekte besuchen. „Im Dezember wissen wir dann: Das machen wir 2019 im Norden.“ Fortan gilt: „Ich trenne nicht Donzdorfer und Waldstetter Projekte“, sagt Weber. Für seine Frau Barbara, die die Containerbeladung, Feste und vielerlei mehr Organisatorisches leistet, steht damit fest: „Unser Jahresurlaub ist jetzt nur noch Togo.“ Dass das zweimal jährliche Vorantreiben der Projekte vor Ort keine Ferien sind, liegt auf der Hand. Oder, wie Barbara Weber sagt: „Ohne Herzblut geht das nicht.“

Aus zwei mach eins

Togohilfe Donzdorf bestand 30 Jahre seit 1988, ist eingetragener Verein seit 1992 und wurde ins Leben gerufen von Seelsorger Bernardin Schellenberger. Die Togohilfe hatte zuletzt rund 30 Mitglieder und 200 feste Spender.

Waldstetten ist seit 25 Jahren aktiv, hatte bisher etwa 145 Mitglieder sowie rund 1800 Freunde und Gönner.

Konzert zu den Jubiläen mit dem „Heeresmusikcorps 10 Ulm“ in der Waldstetter Stuifenhalle am 13. November, 19 Uhr; Benefizkonzert in der Stadthalle Donzdorf am 31. März 2019, 18 Uhr.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel