Bad Überkingen Jesus besiegt den Tod

Das aktuelle Adonia-Musical „Herzschlag“, das am Donnerstg in Bad Überkingen zu sehen war, handelt von der Geschichte des Lazarus – und erzählt seine Auferstehung mit einer optisch spektakulären Szene.
Das aktuelle Adonia-Musical „Herzschlag“, das am Donnerstg in Bad Überkingen zu sehen war, handelt von der Geschichte des Lazarus – und erzählt seine Auferstehung mit einer optisch spektakulären Szene. © Foto: Claudia Burst
Bad Überkingen / Claudia Burst 02.11.2018
Fast 600 Besucher bejubelten am Donnerstag den Auftritt des Adonia-Chors in der Autalhalle. Die biblische Lazarus-Geschichte wurde in die Jetztzeit exportiert.

Fast 600 Besucher, Leidenschaft und Professionalität auf der Bühne, Standing Ovations und ein jubelndes Publikum am Ende der Veranstaltung – so lautet das Resümee des Adonia-Teen-Konzerts am späten Donnerstagabend.

Dabei wusste – ausgenommen der beiden Hauptdarstellerinnen, welche die Martha beziehungsweise die Maria verkörperten – bis vor Kurzem noch keiner der über 70 Jugendlichen in welchen Szenen des Adonia-Musicals er eingesetzt werden würde. Erst am Sonntag begannen Talentsuche, Auswahl und die Proben im Adonia-Teen-Camp in Altensteig im Schwarzwald. Und seit Mittwoch ist dieser Chor auf Tour, genau wie 58 weitere Adonia-Chöre in ganz Deutschland. Am Donnerstag trat er in der Bad Überkinger Autalhalle auf. Gestuhlt war für 400 Besucher – aber es mussten noch viele weitere Stühle hergeschleppt werden, um am Ende fast 600 Gästen Platz zu bieten.

„Herzschlag“ heißt das aktuelle Adonia-Musical. Wieder ist es eine biblische Geschichte – die von Lazarus, den Jesus vom Tod auferweckte –, die der Chor musikalisch-fetzig umsetzte. Neu ist, dass die Geschichte ganz in der Jetztzeit spielt. Trotzdem bleibt die Botschaft erhalten: Jesus ist stärker als der Tod.

Schon bevor das Musical beginnt, sind Krankenhausdurchsagen zu hören, putzt eine Schwester den Boden der Autalhalle. Es wird deutlich: Das Publikum wird einbezogen. Tatsächlich erhält es durch die Darsteller einen interaktiven Erste-Hilfe-Kurs in der ersten Szene – als Rahmen für die Jugendlichen, um auf der Bühne aufzulaufen. Derjenige, der mit Herzkammerflimmern als Notfall im Krankenhaus eingeliefert wird, heißt Lazarus.

Die fesselnde Geschichte ist eingebettet in 13 Lieder. Begleitet von Teens, die ein Instrument beherrschen und sich in einer Begleitband zusammengefunden haben. In Überkingen sind es Schlagzeug, zwei Keyboards, E-Gitarre, Bass, Geige und Querflöte. Die Teenager im Chor lieben ihre Lieder, das ist ihnen anzusehen. Sie singen auswendig, deutlich, manche schließen bei den berührenden Texten die Augen, viele lächeln, strahlen sogar. Sie haben darüber Choreografien einstudiert, bewegen sich im Takt, werfen die Hände nach oben, bilden eine Einheit.

Viele der Chorsänger klinken sich zwischendrin aus, um eine Rolle im Stück zu übernehmen, die Hauptdarsteller bleiben im Vordergrund. Sie spielen Lazarus, dessen Geschwister Martha und Maria, Jesus sowie die Ärzte und Schwestern im Krankenhaus. Oder sie trauen sich, solo zu singen. Oder in der Gruppe zu tanzen und so die jeweilige Atmosphäre zu untermalen. Fröhlich, nachdenklich, überschwänglich, traurig. Adonia-Musicals reißen die Besucher mit. Sie haben Tiefgang und Atmosphäre, sind leidenschaftlich und begeisternd. All das haben die Jugendlichen in Bad Überkingen transportiert – und den Beifall mehr als verdient.

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