Gesang Jedes einzelne Werk aufgelistet

Die Medaille hat Schwester Faustina Niestroj vom Cäcilien Verband an Chorvorstand Karl Roth (rechts) überreicht. In der Mitte ist Pfarrer Andreas Ehrlich zu sehen.
Die Medaille hat Schwester Faustina Niestroj vom Cäcilien Verband an Chorvorstand Karl Roth (rechts) überreicht. In der Mitte ist Pfarrer Andreas Ehrlich zu sehen. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Deggingen / Sabine Graser-Kühnle 10.11.2018

Der Degginger Kirchenchor wurde in seinem 200. Jubiläumsjahr mit der Palestrina-Medaille des Allgemeinen Cäcilien Verbandes (ACV) ausgezeichnet. Die Geschäftsführerin des Verbandes, Schwester Faustina Niestroj, überreichte in Vertretung des Diözesanpräses diese Medaille im Rahmen des Jubiläumskonzerts mit der Aufführung des Mozart Requiems dem Vorsitzenden Karl Roth. Chorleiter Simon Johannes Fröstl und die Choristen freuten sich über diese Auszeichnung. „Träger dieser Medaille zu sein ehrt uns, es ist nicht einfach, die Forderungen erfüllen zu können“, sagte Fröstl.

Die Voraussetzungen sind tatsächlich hoch gesteckt:  Zum einen muss der Chor mindestens 100 Jahre tätig gewesen sein. Das erfüllt der Degginger Kirchenchor problemlos, denn er ist vor über 200  Jahre gegründet worden. Doch eine erste schriftliche Erwähnung liegt erst aus dem Jahr 1818 vor. Für die Palestrina-Medaille reicht das freilich, doch zudem musste der Chor in einem Tätigkeitsbericht lückenlos nachweisen, dass  er während dieser Zeit Werke aus allen Musikepochen, aber insbesondere der Vokalmusik, aufführte. Jedes einzelne Werk, das während der vergangenen fünf Jahre gesungen wurde, hat der Kirchenchor Deggingen aufgelistet. Dazu gehören große Konzerte mit langen Werken ebenso, wie kurze Motetten, aber auch die Wechselgesänge mit den Gottesdienstbesuchern und Messen während der Liturgie. „Da sind wohl an die hundert Werke zusammengekommen“, meinte Fröstl.

Dem Antrag musste zudem die Liste der Chorleiter seit Gründung des Chors beigefügt werden. Nicht zuletzt benötigt der ACV eine Bestätigung dieses Tätigkeitsberichts vom Chorvorstand durch den Pfarrer, als Verantwortlichen für die Leitung und künstlerische Tätigkeit der Pfarrgemeinde.

Renaissance begründet neuen Musikstil

Die Palestrina-Medaille des Allgemeinen Cäcilien Verbandes ist benannt nach dem italienischen Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina aus der Renaissance, der maßgeblich an der Erneuerung der Kirchenmusik beteiligt war. Die Renaissance im 15. und 16. Jahrhundert begründete einen neuen Musikstil: Einerseits setzte sich die DreiklangHarmonik durch und es finden sich nicht mehr hauptsächlich polyphone Klänge in den Werken., sondern viele homophone Passagen.  Die Vokalmusik, A-Capella-Gesang, stand im Mittelpunkt. Obendrein setzte sich die Mehrstimmigkeit in der klaren Stimmeneinteilung von Sopran, Alt, Tenor und dem ergänzenden Bass, durch. Vierstimmige Chorsätze waren in der Renaissance Standard.

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