Rechberghausen Vier Stunden Wettkampf beim Dance-Festival

Rechberghausen / Sabine Ackermann 16.04.2018
Gute Stimmung herrschte beim 6. Dance-Festival in Rechberghausen.

Schon im letzten Jahr habe sie es umgehauen, was im Haug-Erkinger-Saal ab­geht, verrät Carina Pittner und heißt die Zuschauer willkommen. „Der Flyer ist nicht mehr so ganz aktuell, aber ich bin ja dafür da“, verrät die Moderatorin, die zu jeder auftretenden Gruppe Hintergrundinformationen parat hat. „Achtung, seht euch vor, die Kamikaze Crew ist im Anmarsch“, gibt’s den einen oder anderen Warnhinweis obendrauf.

Ungeachtet des fast vierstündigen Mammutprogramms gibt es bei der sechsten Auflage des Dance-Festivals in Rechberghausen von Langeweile keine Spur. Nicht nur, dass Carina Pittner kurzweilig durchs Programm führt, auch der Ablaufplan ist gut durchdacht: Abwechselnd präsentieren sich die Gruppen in den Kategorien: Kinder- und  Gardetanz sowie moderner Tanz oder Hip-Hop.

Die Abwechslung der Tanzstile kommt gut an. „Eine großartige Sache, diese Plattform. Auch wenn man nicht unter den ersten Drei ist, das Gefühl, vor Publikum zu tanzen, ist einfach einmalig“, freut sich Gerda Jausen für ihre Enkelin.

Ob klein oder groß, ob mit oder ohne eigenen Fanclub, alle Mitwirkenden haben auf diese paar Minuten wochenlang hingearbeitet, um ihr Bestes zu geben. Ein falscher Schritt, eine voreilige Bewegung oder das lang geübte Lächeln vergessen – Patzer hin oder her, das Publikum honoriert jeden Auftritt mit Jubelrufen oder Beifall.

Nicht nur die Leidenschaft des Tanzes steht im Vordergrund, die ein paar hundert Akteure in mehr als 30 Formationen stellen sich darüber hinaus einem Wettbewerb. Dementsprechend schaut die dreiköpfige Damen-Jury ganz genau hin. Je zehn Punkte sind in drei Bewertungskategorien zu vergeben: Choreographie und Gestaltung, hier zählen Vielfalt und stimmiger Einsatz aller Teilnehmer. Bei Körpertechnik und Bewegungsqualität geht es um Harmonie, Synchronität sowie Kondition.

Als Letztes bewerten die Unparteiischen noch Präsenz, Ausdrucksfähigkeit und Kreativität, dazu gehören Freude am Vortrag und die Originalität der Effekte, Kostüme oder Requisiten. Während bei der Jury die Köpfe rauchen, unterhält Überraschungsgast Ruben Cuesta Escamilla mit Ed Sheerans Ohrwurm „Perfect“. Der Name des Titels war quasi Programm, der mittlerweile 15-jährige Sänger aus Salach, bekannt durch seine Teilnahme der Talent-Fernsehshow „The Voice of Kids“, berührt mit seiner Stimme. Gleichfalls unterhaltsam war der wertungsfreie Showtanz von Vivi und Elina vom Kulturwerk Schwäbisch Gmünd. „Die Latte hängt mittlerweile sehr hoch, bis jetzt sehr anschauenswert“, lautete das Resümee der erfahrenen Jurorin Cornelia Menno-Kuhn bereits in der Pause. So sehen das auch viele Zuschauer.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs

Die Sieger des Wettbewerbs in den verschiedenen Kategorien:

Kindertanz: 1. Platz: Kamikaze Crew, Kulturwerk Schwäbisch Gmünd; 2. Project Dance Kindercompany, Reutlingen;  3. Rainbow Kids, Kulturwerk Schwäbisch Gmünd.

Gardetanz: 1. Schlossgarde, Narrenzunft Rechberghausen; 2. Prinzengarde der FGW, Wiesensteig; 3. Blau-Weiße-Rutscher, Narrenzunft Rechberghausen.  

Moderner Tanz: 1. Prinzengarde der FGW, Wiesensteig; 2. Project Dance Jugendcompany, Reutlingen; 3. Dancedevils, TPSG Frisch Auf Göppingen.

Hip Hop: 1. Flawless, Tanzkraftwerk Stuttgart; 2. Battle Invasion, Kulturwerk Schwäbisch Gmünd, 3. Rhythm Attack, Tanzclub Nussloch.

Die Jury

Cornelia Menno-Kuhn aus Heroldstatt, ist staatlich anerkannte Pädagogin für Bühnentanz, sie unterrichtet Ballett, Flamenco und Folklore.

Daniela Spengler aus Fellbach, hat mit sechs Jahren angefangen im Gardetanz, ist eit 18 Jahren ehrenamtliche Trainerin der Jugendgarde.

Svenja Wagner aus Uhingen, ist Leiterin aller Hip Hop Kurse der Tanzschule Schwehr, zusätzlich Tänzerin unter der Leitung von Memi Demiri (dreifacher Breakdance-Weltmeister).