Der Betriebsratsvorsitzende des Göppinger Müll­heizkraftwerks (MHKW), Reinhard Lehniger, hatte in einem offenen Brief harsche Kritik an den Akteuren der Initiative „Müllkonzept Göppingen“ geübt. Unter anderem warf er dem Göppinger HNO-Arzt Dr. Michael Jaumann und seinen Mitstreitern vor, sie rückten die Angestellten des Betreibers EEW in die Nähe von Kriminellen. Jaumann hat nun seinerseits mit einem offenen Brief reagiert.

Zunächst habe er Verständnis dafür, schreibt Jaumann, „dass die von mir und den Müllofenkritikern vorgetragenen Fakten – insbesondere zur grundsätzlichen Schädlichkeit der MHKW-Abgase – bei Ihnen zu gewissen emotionalen Reaktionen führen“. Der Mediziner meint: „Da es sich um naturwissenschaftliche und medizinische Forschungsergebnisse handelt, ... fällt es Ihnen schwer, diese zu widerlegen.“

Doch, dies betont Jaumann, gehe es nur um die Sache: „Keinesfalls wollten wir mit unserer bisherigen Kritik die MHKW-Mitarbeiter angreifen. Unsere Kritik richtet sich gegen die Abfallpolitik des Landkreises und das Management der EEW.“ Entgegen der Aussage Lehnigers habe die Initiative immer Belege für ihre Aussagen angeführt.  An die Adresse Lehnigers gerichtet schreibt Jaumann zudem: „Mit Nachdruck verwahre ich mich daher gegen Ihre haltlose Behauptung, ich würde ,durch Halbwahrheiten und aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen die Öffentlichkeit nicht transparent und ehrlich aufklären’.“

Mit Blick auf die geplante Kapazitätserweiterung des Müllofens verweist Jaumann darauf, dass ursprünglich versprochen wurde, maximal 120.000 Tonnen Müll im Jahr zu verbrennen. „Diese verbindliche Zusage wurde inzwischen zwei Mal gebrochen.“ Und weiter: „Jetzt soll diese Zusage das dritte Mal missachtet werden, indem EEW den Antrag auf 180.000 Tonnen im Jahr gestellt hat: Das sind plus 50 Prozent! Sie dürfen selbst beurteilen, wer es hier mit den Zahlen nicht so genau nimmt.“  Noch bedenklicher sei die Tatsache, „dass die EEW Göppingen in 2016 deutlich mehr Müll verbrannt hat, als staatlich genehmigt war“.

Den Vorwurf, ausgesprochene Einladungen seitens der EEW nicht angenommen zu haben, weist Jaumann zurück: „Eine einzige Einladung von Herrn Geschäftsführer Morten Holpert an uns haben wir im März 2017 zu einem Gespräch in der MVA genutzt.“