Gastronomie Italienisches Flair zum Genießen

Die Eisdiele Fratelli von Fabio Tino (links) und Roberto Vercelli (rechts) an einem heißen Donnerstagabend: Die Kunden stehen Schlange für Eissorten wie „Quark-Feige“, „Aloe Vera Tropical“ oder Klassiker wie Pistazie- oder Schokoeis.
Die Eisdiele Fratelli von Fabio Tino (links) und Roberto Vercelli (rechts) an einem heißen Donnerstagabend: Die Kunden stehen Schlange für Eissorten wie „Quark-Feige“, „Aloe Vera Tropical“ oder Klassiker wie Pistazie- oder Schokoeis. © Foto: Giacinto Carlucci
Rechberghausen / Kristina Betz 01.07.2017

Als könnte er nicht genug bekommen vom Geruch der herben, salzigen Pistazien, nimmt Roberto Vercelli einen tiefen Atemzug aus der kupferfarbenen Dose. Darin befindet sich die Zutat, die das Pistazien-Eis der Brüder Roberto und Fabio Tino Vercelli so besonders und zum Verkaufsschlager macht: Tief-grünes Pistazienmark aus Sizilien. Der nährreiche vulkanische Boden am Fuße des Ätna sorge für den markanten Geschmack, erklärt Roberto Vercelli. „Und wir geben noch etwas Fleur de Sel dazu, dann schmeckt es noch intensiver.“

Die beiden Brüder haben sich mit ihrer Eisdiele „Fratelli“ an der Hauptstraße in Rechberghausen einen lange gehegten Traum erfüllt. Anfang Mai eröffneten sie den kleinen Laden nahe des Kreisels in Rechberghausen, seitdem laufe der Betrieb sehr gut, freuen sich die beiden. „Wir hatten wirklich Glück und haben Bombenwetter seit der Eröffnung“, so Fabio Tino Vercelli.

Beide kommen aus einer Gastronomenfamilie. Vor 19 Jahren führten die Eltern bereits eine Eisdiele in Göppingen, dann eine Pizzeria in Uhingen. Bei ihnen sei so etwas immer ein Familienprojekt. So auch die Eisdiele in Rechberghausen, wo die ganze Familie mithelfe.

Selbst können die beiden nicht immer vor Ort sein. Zehn Aushilfen unterstützen deshalb hinter der Theke und an der Eismaschine, denn die Brüder betreiben die Eisdiele nebenbei. Fabio Tino Vercelli arbeitet als Vertriebsmanager in der Modebranche, Roberto Vercelli beliefert für einen Fachgroßhandel seit über 15 Jahren Eisdielen mit Rohstoffen zur Eiszubereitung. Eis ist seine Leidenschaft und seine Berufung. „Wir legen sehr viel Wert darauf, dass die Inhaltsstoffe für unser Eis natürlich sind“, so Roberto Vercelli, „bei uns findet man keine Farbstoffe und nur hochwertiges Fruchtmark.“

Hinter einer Glastüre liegt der Raum, in dem das Eis hergestellt wird. In einem großen Tiefkühlschrank werden die Eis-Behälter aufbewahrt. Daneben steht die Eismaschine. Auf dem Boden lagern zwei Eimer mit ganzen und pürierten Himbeeren. „Für unser Himbeereis werden die Himbeeren hochgekocht auf 85 Grad. Danach werden sie auf minus neun Grad abgekühlt und dann mit minus 38 Grad schockgefrostet – als natürliche Konservierung“, erklärt Roberto Vercelli das Verfahren. Manche Besucher kämen mittlerweile jeden Tag, um sich eine oder mehrere Kugeln Eis abzuholen. „Ein Kunde kommt seit der Eröffnung jeden Tag, um sich nach der Arbeit eine Kugel Haselnuss-Eis mit nach Hause zu nehmen“, erzählt Fabio Tino Vercelli. Eine Frau bringe regelmäßig eine Tupperschüssel mit, um sich ihr Eis abfüllen zu lassen. Die Rechberghäuser würden die Eisdiele sehr gut annehmen, freuen sich die Brüder. Auch die Gemeinde, allen voran Bürgermeisterin Claudia Dörner sowie die Kulturbeauftragte der Gemeinde, Olga Arendt, hätten sie bei der Suche nach Räumlichkeiten unterstützt.

Schon länger beliefern die Brüder mit einem Eis-Catering-Service Feste und Veranstaltungen mit ihrem traditionell italienischen Eis. Mit „Frozen Yoghurt“ begeisterten sie bereits beim Rechberghäuser Sommerfest. „Wir sind immer wieder darauf hingewiesen worden, doch einmal eine Eisdiele in Rechberghausen zu eröffnen“, erzählen die Brüder.

Wichtig sei den beiden gewesen, echtes italienisches Piazza-Feeling rüber zu bringen: „Die Leute sollen sich an ihren Italien-Urlaub erinnern und sich fühlen wie in Riva am Gardasee“, erklärt Fabio Tino Vercelli.

Auch die Eissorten seien dem nachempfunden, was die aus Italien stammenden Brüder aus ihrer Heimat kennen. Roberto Vercelli ist sich sicher: „Hier kauft man nicht nur Eis, hier kauft man italienisches Flair mit.“

Zunächst gab es Pläne für das alte „Wolke Sieben“

Wolke Sieben Zunächst bewarben sich die Brüder für das ehemalige Café-Restaurant „Wolke sieben“ in der Rechberghäuser Schlossgalerie, das seit Anfang 2016 leer steht. Die Vercelli-Brüder legten dem Gemeinderat ein Konzept vor. Doch letztlich stellte sich die Größe des Lokals und die damit verbundenen Kosten als K.O.-Kriterien für die Eisdielen-Pläne der Brüder heraus, wie sie heute sagen.

Lokal Später ergab sich die Gelegenheit die Eisdielen-Pläne an anderer Stelle in Rechberghausen wieder aufzunehmen. Ende 2016 begannen die Umbauarbeiten in der jetzigen Lokalität an der Hauptstraße.