Naturschutz Initiative stößt auf Wohlwollen

Eislingen / nwz 21.12.2017

„Wir waren ganz überrascht, auf welch positives Echo wir mit unserer Initiative gestoßen sind“, berichtete Gerhard Rink beim Projekttreffen des Bund Eislingen. Wie berichtet, hatten die Naturschützer gemeinsam mit dem Schwäbischen Albverein und dem Imkerverein Eislingen eine Kampagne gegen das Insektensterben gestartet. Bei dem Treffen zogen die Naturschützer eine Zwischenbilanz.

„Eine beispiellose, dramatische Abnahme der Insekten ist derzeit im Gange“, sagte Sabine Eisele bei dem Treffen und zitierte aus dem Vortrag des Krefelder Wissenschaftlers Martin Sorg, der bei einer Veranstaltung in Eislingen  kürzlich erklärt hatte, dass in den vergangenen 20 Jahren die Anzahl der Insekten um 80 Prozent zurückgegangen sei. Als Folge seien auch Vogelarten, für die diese Fluginsekten Nahrungsgrundlage sind, ebenfalls um bis zu 80 Prozent geschwunden.

Dem wollen die Initiatoren der Kampagne nicht tatenlos zusehen und schlugen der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat Eislingen vor, Verantwortung für den Eislinger Bereich und seine Naturflächen offensiv zu übernehmen. Das Grundproblem des Eislinger Naturraumes sei für jeden ersichtlich, heißt es in einer Pressemitteilung: „Hatten wir noch vor 30 Jahren vorwiegend artenreiche Blumenwiesen, so finden wir heute zum allergrößten Teil artenarmes Grünland: Für Insekten gibt es da keine Nahrung.“ Deswegen schlagen die Naturschutzverbände vor, eine Finanzierung bereitzustellen, um vielfältige Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. In fünf Jahren solle eine Million Euro für diese Aufgaben vorgesehen werden.

Bei der Stadtverwaltung sei man auf offene Ohren gestoßen, berichtete Bund-Vorsitzender Gerhard Rink. Die Verwaltung wolle mit einem „Drei-Säulen-Konzept“, welches Maßnahmen auf städtischen Flächen, Flächen mit landwirtschaftlicher Bewirtschaftung und Flächen von privaten Besitzern vorsieht, Veränderungen bewirken und diese finanziell fördern.

Unterstützung sei den Naturschützern von den Gemeinderatsfraktionen von SPD und Grünen zugesagt worden. Auch  CDU und Freie Wähler hätten angekündigt, die Initiatoren zu diesem Thema einzuladen. Eislingen und andere Kommunen müssten alles in ihrer Möglichkeit und Verantwortung unternehmen, um dieser dramatischen Veränderung des Ökosystems Einhalt zu gebieten, erklärte Wolfgang Eisele in der Sitzung.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel