Wohngebiet Industriebrache an der Salacher Straße wird neu belebt

Im Westen die Lebenshilfe, daneben das Wohngebiet: So soll das Areal später aussehen.
Im Westen die Lebenshilfe, daneben das Wohngebiet: So soll das Areal später aussehen. © Foto: Grafik: Stadt
Süßen / Kristina Betz 30.11.2017
Ein Investor will dem brach liegenden Areal an der Salacher Straße in Süßen neues Leben einhauchen. Ein Wohngebiet und Werkstattgebäude der Lebenshilfe sollen entstehen.

Erleichtertes Aufatmen war in der jüngsten Sitzung des Süßener Gemeinderates zu vernehmen, als Bürgermeister Marc Kersting verkündete, dass für das Areal in der Salacher Straße nun ein Kaufvertrag abgeschlossen wurde. Seit über 30 Jahren beschäftige das Thema die Verwaltung und den Gemeinderat. Seitdem die alte Zimmerei dort ihr Werk schloss, liegt das Areal zwischen Bahnlinie und Fils brach.

„Es hat sich nie so richtig verkauft“, bedauert Kersting und freut sich umso mehr, jetzt einen Investor gefunden zu haben. „Kommunalpolitik braucht bei solchen Projekten einfach Zeit.“

Die „BPD Immobilienentwicklung“ ist die Investorenfirma, die sich der Industriebrache annimmt. Die Firma mit Sitz in Stuttgart beschäftigt sich mit dem Neubau von Eigentumswohnung und hat auch den Filspark in der Süßener Jahnstraße entwickelt. „Die Firma ist sehr erfahren in Projekten, die sich mit der Umnutzung von Industriearealen beschäftigten“, so Kersting.

Man habe sich Anfang 2016 mit Bürgermeister Kersting, der Kreisbau, der Lebenshilfe sowie einem Vertreter der Erbengemeinschaft, der das Grundstück gehörte, zusammengesetzt, berichtet Rainer Beitlich von der Investorenfirma BPD. Langwierige Verhandlungen folgten, die Partner wurden sich nicht einig. Im Frühjahr verstarb einer der Erben, woraufhin die Verhandlungen eine neue Wendung nahmen. Vor 14 Tagen wurde dann der Kaufvertrag geschlossen.

Auf dem 27 000 Quadratmeter großen Gelände soll ein „Sammelsurium von verschiedenen Wohngebäuden“ entstehen, wie Rainer Beitlich von der BPD erklärt. Entlang der Weidenstraße, die das Gebiet in südlicher Richtung begrenzt, werden Einfamilienhäuser sowie Doppelhäuser entstehen. In der Mitte werden dreigeschossige Mehrfamilienhäuser gebaut und entlang der Salacher Straße entsteht ein Schallschutzriegel, so hat das Wohngebiet einen „großen Schutz im Rücken“, wie es Beitlich beschreibt. Die viergeschossigen Gebäude sollen das Gebiet jedoch nicht wie eine zusammenhängende Mauer begrenzen, sondern unterbrochen werden. Den Kontakt zur Kreisbau habe er bereits gesucht, so Beitlich. Denn das Ziel sei auch, sozialen Wohnungsbau entlang der Salacher Straße zu realisieren.

Im Westen des Areals gehören nun rund 7000 Quadratmeter Fläche der Lebenshilfe, die dort Werkstattgebäude ansiedeln möchte. Im Osten des Gebiets grenzt der Blumengroßhändler Pfeffer mit seinem Gebäude an. Man wolle etwas davon abrücken und so eine Zufahrt herstellen, erläutert Beitlich die Pläne.

„Wir wollen ja im Innenbereich nachverdichten“, sagt Marc Kersting. Das Projekt sei demnach sehr willkommen. Und Rainer Beitlich zeigt sich zuversichtlich was eine schnelle Umsetzung angeht. „In Süßen braucht man gar nicht so lang“, weiß Beitlich aus Erfahrung. „Die Stadt hat ein geschicktes Händchen“, attestiert er der Stadtverwaltung. Zum Jahreswechsel 2018/2019 könnte mit dem Bau gestartet werden, prognostiziert Beitlich.

Bau in drei Abschnitten geplant

Zeitraum Rainer Beitlich von der BPD Immobilienentwicklung schätzt, dass ein Baubeginn zum Jahreswechsel 2018/2019 realistisch ist. Man müsse mit einer Bauzeit von etwa fünf Jahren in drei Bauabschnitten rechnen. Eventuell würden aber bereits in 2018 die Schutthalde auf dem Gelände abgebrochen. Danach geht es mit den Erschließungsarbeiten weiter, die etwa vier bis fünf Monate in Anspruch nehmen.

Parkplätze In Absprache mit der Stadt Süßen will man für das Wohngebiet nach folgendem Schlüssel Parkmöglichkeiten anbieten: Je Zwei-Zimmer-Wohnung einen Parkplatz, je Drei-Zimmer-Wohnung eineinhalb Parkplätze und je Vier-Zimmer-Wohnung zwei Parkplätze. Diese sollen unterirdisch in einer Tiefgarage gebaut werden. Auch überirdisch sind mehrere Besucherparkplätze geplant. krib

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