Natur In einem einzigartigen Wald

Revierförster Gebhard Schürle (links) und Schäfermeister Andreas Hertler (rechts) erklären den etwa 50 Teilnehmern des „Sommers der Ver-Führungen“, was den Hutewald auszeichnet.
Revierförster Gebhard Schürle (links) und Schäfermeister Andreas Hertler (rechts) erklären den etwa 50 Teilnehmern des „Sommers der Ver-Führungen“, was den Hutewald auszeichnet. © Foto: Jürgen Wahr
Deggingen / Jürgen Wahr 12.09.2018

Seit zehn Jahren besteht der Hutewald auf der Nordalb bei Deggingen. Anlass genug, um mit dem „Sommer der Ver-Führungen“ die besondere Naturlandschaft hautnah zu erleben. Dieses Angebot nutzten etwa 50 Natur- und Wanderbegeisterte, darunter etliche Kinder.

Revierförster Gebhard Schürle  erklärte, was das – so ein nach dem ersten Eindruck – ausgelichtete Waldstück nahe dem großen Wanderparkplatz der Nordalb zu etwas Besonderem. Den Gemeinderat der Filstalgemeinde habe man im Jahr 2007 überzeugen können, auf 17 Hektar diese bereits in früherer Zeit bestehende Waldform wieder entstehen zu lassen. Inzwischen hat sich eine Vielfalt seltener und geschützter Pflanzen angesiedelt, die nur in dieser mittelalterlichen Form der Waldbewirtschaftung gedeihen können. Dies haben Wissenschaftler der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg unter Leitung von Matthias Rupp vor sechs Jahren festgestellt und das Waldgelände kartiert und dokumentiert, um den Entwicklungsverlauf zu verfolgen.

„Charakteristisch für den Hutewald sind Bäume wie beispielsweise alte Buchen, die sich mit einer weit ausladenden großen tiefbeasteten Baumkrone auffällig von denen sonstiger Waldstücke unterscheiden“, erklärte der 62 Jahre alte Revierförster. Vogelarten wie der Rotmilan, verschiedene Arten von Spechten sowie der Kleiber seien inzwischen dort heimisch geworden und fänden genügend Nahrung.

„Ohne die Schäferei Hertler sei die Erhaltung eines solchen Naturschutzraumes nicht möglich“,  ergänzte Gebhard Schürle hinsichtlich der Pflege dieses und eines nahe liegenden externen 1,7 Hektar großen Waldstücks. Wie diese besondere Pflege aussieht, erfuhren die etwa 50 Anwesenden bei einem Besuch der Schäferei. Die rund 600 Schafe von Schäfermeister und Juniorchef Andreas Hertler, der unterhalb der Heidehochfläche in der siebten Generation eine Schäferei und einen Hofladen mit Fleischprodukten aus seiner Schafzucht betreibt, sorgen für eine natürliche Grundpflege. Inzwischen konnten sich durch den ausgedehnten Lichteinfall  146 verschiedene Pflanzenarten entwickeln, die zur Blüte den kundigen Botaniker wie auch den erholungssuchenden Naturgenießer gleichermaßen verblüffen.

Ziel ist es, die reizvollen Wacholderheiden, die naturnahen Wälder und die Schafweiden, die insgesamt das einmalige Landschaftsbild der Nordalb prägen, um einen weiteren Erholungsschwerpunkt zu ergänzen, mit dem die Natur in ihrer Vielfalt erlebbar werde, meinen Förster und Schäfer gleichermaßen. Zum Abschluss erfuhren die Teilnehmer mehr über Schafzucht und Landschaftspflege, bei der auch 20 Ziegen den überzähligen Bewuchs beseitigen.

Info Eine deftige Brotzeit rundete das dreistündige Naturerlebnis ab.

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