Investitur In die Welt hinaus geblickt

Pfarrer für Gemeinden, die zusammenwachsen wollen: Bernd Mayer.
Pfarrer für Gemeinden, die zusammenwachsen wollen: Bernd Mayer. © Foto: Werner Schmidt
Schlat / Werner Schmidt 14.05.2018

Schlat hat einen neuen Pfarrer. Mit einem Investitur-Gottesdienst in der Andreaskirche übernahm am gestrigen Sonntag der in Murrhardt geborene Geistliche Bernd Mayer das Amt des Seelsorgers in der Pfarrgemeinde Manzen-Ursenwang-Schlat.

Drei Orte, eine kirchliche Einheit: Der Name habe für ihn etwas „bandwurmartiges“, gestand der Dekan Rolf Ulmer, der die Investitur Mayers vornahm. Und er verwies darauf, dass Beziehungen oft lange Zeit brauchten, um daraus Liebe entstehen zu lassen.

Unterschiedlich geprägt

Auch wenn es die Liebe auf den ersten Blick durchaus gebe, führte der Dekan aus. Das gelte nun auch für die beiden Gemeinden, deren Pfarrgemeinden Anfang 2017 fusionierten, und deren Pfarrer. Vor allem, weil auch die beiden weltlichen Gemeinden von sehr unterschiedlicher Prägung seien.

Der 1962 geborene Bernd Mayer hat in seinem Leben als Geistlicher bereits eine lange Reise hinter sich und über mehr als einen Tellerrand geblickt. Vor allem sein ökumenisches Studienjahr, das ihn 1986/87 nach Jerusalem führte, habe ihn „theologisch, ökumenisch und auch als Mensch geprägt“, sagte er den Gottesdienstbesuchern in der gut gefüllten, aber nicht vollen Andreaskirche. In Tübingen studierte er drei Jahre, um dann 1990/91 nach dem Examen als ökumenischer Gast eine Zeit an der Serbisch-Orthodoxen Kirche in Belgrad zu verbringen. Auch das ein prägender Aufenthalt: „Das war ein spannendes Jahr. Im zerfallenden Jugoslawien zeichnete sich schon der Bürgerkrieg ab.“

Danach kehrte er zurück und landete vor der Haustür von Schlat: „Das Ausbildungsvikariat machte ich in Holzheim und St. Gotthardt.“

Margarete Seyfang vom Kirchengemeinderat Manzen-Ursenwang-Schlat wünschte sich und Bernd Mayer eine gute und kreative Zusammenarbeit. Während Andreas Mader vom Kirchengemeinderat in Tailfingen, wo Mayer zuletzt als Pfarrer tätig war, ihm analytischen klaren Verstand bescheinigte und feststellte, dass er ein guter Zuhörer und Wegbegleiter sei.

Stein und Feder

Als solcher gab sich der einstige Pfarrer Ulrich Lauterbach während nahezu 40 vergangener Jahre zu erkennen. Er gab Bernd Mayer einige Tipps mit auf seinen neuen Weg und warnte ihn: „Schweres wird immer wieder kommen. Aber es darf nicht lähmen.“ Neben einem Stein als Symbol für das Unbewegliche und Schwere überreichte er eine Feder, die für das Leichte, Luftige, Vielversprechende stehe und letztlich eine Kerze. Symbolisch für Licht, Feuer, Hoffnung, Pläne, Visionen: „Solange das Feuer lodert, zeigen sich neue Wege“, sagte Lauterbach. Allerdings sei auch Vorsicht geboten, denn ein Windstoß schon könne die Flamme löschen.

In der anschließenden Sonntagspredigt von Bernd Mayer spielte die Bibelstelle Jeremia 31, Vers 31 bis 34, eine zentrale Rolle: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen.“ Was durchaus auch als Allegorie auf das weltliche Bündnis angesehen werden kann, das Bernd Mayer qua Profession mit seiner neuen Pfarrgemeinde schloss.