Birenbach In Birenbach ist es zu laut

WERNER SCHMIDT 16.06.2015
Mit einem Lärmaktionsplan rückt Birenbach dem Krach im Ort auf die Pelle. Das war jetzt Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Schon vor zwei Jahren hatte der Birenbacher Gemeinderat beschlossen, den Lärmaktionsplan gemeinsam mit Rechberghausen zu erstellen. In der jüngsten Sitzung hat ihn Christopher Stange vom Ludwigsburger Ingenieurbüro BS dem Gemeinderat vorgelegt.

Daraus geht hervor, dass der Bereich entlang der Bundesstraße besonders betroffen ist. Sogar nachts sinkt der Lärm zwischen der Gartenstraße 25 und der Lorcher Straße 53 nicht unter 60 Dezibel. Das wird zwar verglichen mit normaler Sprache in einem Meter Abstand, kann aber dennoch nachts als besonders störend empfunden werden. Tags steigt der Lärmpegel in diesem Bereich sogar auf bis zu 72 Dezibel an der Lorcher Straße 53 (was mit Schreien, einem Rasenmäher in unmittelbarer Nähe oder eben Verkehrslärm vergleichbar ist). Direkt an der Straße könne der Lärm sogar über 75 Dezibel steigen - Krach, der dem Lärm eines Presslufthammers gleichen soll.

Dem Lärmkataster waren die Verkehrsbelastungszahlen der jüngsten Verkehrsuntersuchung "Göppingen Nord" zugrunde gelegt, sagte Birenbachs Bürgermeister Frank Ansorge. Die förmliche Feststellung des Planes durch den Gemeinderat sei nötig, um das Verfahren überhaupt fortsetzen zu können. Dazu gehöre dann auch dessen öffentliche Auslegung und die Beratung der Maßnahmen, erklärte Ansorge.

Gemeinderat Heiner Späth kritisierte, dass beispielsweise der Bereich Schurwaldstraße nur ungenügend berücksichtigt sei. Auf Nachfrage erklärte Stange, dass die Lärmkartierung nach Berechnungen und nicht nach Messungen erfolgt sei, dass aber der Straßenlärm im Bereich Schurwaldstraße von der Bundesstraße außerhalb der Ortschaft stammen müsse. Möglichkeiten der Lärmminderung bestünden aber nur innerhalb der Ortschaft. Dabei räumte Stange gleich mit einem Vorurteil auf: "Bewuchs wie Bäume oder Sträucher haben keine messtechnische Relevanz bei Lärmmessungen.

Auf jeden Fall bestehe in Birenbach auch nach EU-Richtlinien "vordringlicher Handlungsbedarf". Die Möglichkeiten der Lärmminderung seien ein Radfahrerschutzstreifen, was wiederum Proteste provozierte, da doch ein Radweg vorhanden sei. Weitere Möglichkeiten bestünden in Flüsterasphalt für die Ortsdurchfahrt, Tempo 30 innerhalb der Ortschaft, Lärmschutzfenster und nachts Tempo 50 im Bereich des westlichen Ortseingangs.