Adelberg Adelberg feiert seine Heldinnen der Kartbahn

Adelberg / Von Werner Schmidt 11.06.2018
Die Rathausmannschaft gewann das Prominentenrennen der Elektro-Karts auf der neu eröffneten Kartbahn im Adelberger Klosterpark.

Das Promi-Rennen auf der neuen Adelberger Kartbahn war fest in Frauenhand. Auf dem obersten Treppchen des Siegerpodests stand Bürgermeisterin Carmen Marquardt, neben ihr auf dem zweiten Platz Hauptamtsleiterin Kerstin Holde, gefolgt von der fürs Einwohnermeldeamt zuständigen Claudia Steeb. Die Herren des Gemeinderats wurden auf die Plätze verwiesen. Die Kartbahn ist die neue Attraktion im Klosterpark und wird schon jetzt unmittelbar nach ihrer Eröffnung mit Worten wie „ist echt geil“ oder „super cool“ bewertet.

Gemeinderat Justus Krawinkel, bekennender Umweltschützer, stellte fest: „Das mit dem Benzin im Blut stinkt mir. Ich bin heute nur mitgefahren, weil es Elektrokarts sind.“ Dennoch landete er auf einem der hinteren Plätze. Andreas Schaal aus Oberberken hingegen könnte man durchaus als sowas wie einen Profi unter den Kartfahrern bezeichnen. Drei bis viel Mal sei er schon gefahren, allerdings Karts mit Benzinmotor: „Es fehlt der Sound,“ stellte der Familienvater, der mit seinen Jungs gekommen war, fest. Unangenehm sei das aber nicht. Schließlich lasse sich mit den Fahrzeugen durchaus driften und auch die Preise findet er fair. Am Eröffnungstag kostete die Fahrt mit dem Kart einen Euro. Regulär werde die acht Minuten währende Fahrt 9,50 Euro kosten, sagte Geschäftsführer Markus Höfer. Anderswo werde deutlich mehr verlangt, sagte Andreas Schaal. So ein E-Kart sei ein Fahrzeug, um Kinder an den Sport heranzuführen, stellte er fest: „Und auch eine Bereicherung für Adelberg“. Jetzt komme es nur noch darauf an, dass es von der Bevölkerung auch angenommen werde.

31 PS leistet jedes der elf Fahrzeuge, die von einem Pult aus zentral gesteuert werden können. Im Fall einer Kollision können die Karts gebremst oder gar gestoppt werden. Gefahren werden darf ab zehn Jahren.

Für Geschäftsführer Markus Höfer bietet die Kartbahn die Möglichkeit, die Eishalle ganzjährig zu betreiben. In den Wintermonaten werde sie weiterhin als Eisbahn genutzt, dabei werde darüber nachgedacht, einen Abend in der Woche Eiskart-Fahren anzubieten. Dabei werden die Reifen der elf Fahrzeuge ausgetauscht gegen eistaugliche Pneus mit Spikes. Durch die ganzjährige Nutzung könne man auch die 45 Mitarbeiter, die teils als Minijobber, teils als Teilzeitkräfte dort arbeiten, das ganze Jahr über beschäftigen. Die Kartrennen seien auch eine gute Möglichkeit für Vereine, Firmen, Unternehmen und Gruppen zur Teambildung, findet der Geschäftsführer.

Die bisher verpachtete „Adelbar“ ist inzwischen in die Klosterpark GmbH eingegliedert worden, die Mitarbeiter habe man übernommen, sagte Markus Höfer: „Das Konzept hat uns gefallen.“ Dadurch könnten auch Synergien zwischen der Bar und dem Bistro im Spieleland genutzt werden.

Was allerdings mit dem Luftschutzbunker auf dem Grundstück geschehen soll, darüber macht sich Markus Höfer noch Gedanken. 1990 war er kurz vor Ende des Kalten Krieges noch mit Fördergeldern für rund 240 Leute gebaut worden. Rund 250 Quadratmeter ist er groß, genutzt wurde er nie. Als Schutzbunker schon gar nicht. Und so ganz perfekt schien er auch nicht geplant, denn Toiletten zum Beispiel sind nirgendwo zu sehen. Eine Pinkelrinne ist vorhanden. Davor prangen runde Lüftungsgitter mit dem Hinweis „Überdruck“. Ebenso skurril wie unfreiwillig komisch.

Abschied vom alten Wellenhallenbad

Das Wochenende der offenen Tür wurde auch genutzt, Besuchern den Abschied vom alten „Montemaris“ zu ermöglichen. Das Inventar des einstigen Wellenhallenbades wurde verkauft: Sonnenliegen, Badeschuhe, Schwimmringe gingen am Samstag über den sprichwörtlichen Ladentisch. Und viele Besucher deckten sich tatsächlich mit Erinnerungsstücken an die Zeit ein, als in Adelberg noch die Wellenmaschine in regelmäßigen Abständen angeworfen wurde.

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