Zeltstadt Impulse rund um den Glauben

Deggingen / Michael Scheifele 09.08.2018

Die Atmosphäre hier ist wirklich gut“, beschreiben Ruth und Karl-Heinz Rau die Stimmung. Das Ehepaar ist seit dem ersten Jahr beim Zeltlager der „Kirche im Aufbruch“ auf der Nordalb mit dabei – nunmehr zum 26. Mal. „Hier geht  niemand seinen eigenen Interessen nach, sondern es lässt sich Gemeinschaft miteinander leben“, sagt Ruth Rau.

Der Verein kaufte das Gelände 1996  von der  Arbeiterwohlfahrt (AWO), die dort zuvor selbst Zeltlager ausrichtete. 1500 Dauergäste sind in diesem Jahr gekommen. Unter der Woche sind es etwa zusätzlich 200 Tagesgäste – am Wochenende gar 400.  Die Besucher kommen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum: Die weiteste Anreise haben Teilnehmer aus Norddeutschland, es gibt aber auch Gäste aus Österreich und der Schweiz. Die Veranstalter legen besonderen Wert darauf, auch Menschen mit Behinderung die Teilnahme am Zeltlager zu ermöglichen.

Ehrenamtliche Mitarbeiter haben in rund einer Woche eine beeindruckende Infrastruktur geschaffen: Im dorfeigenen „Nord-Albi“ können die

Bewohner die nötigen Lebensmittel einkaufen.  Die Zeltstadt beherbergt außerdem neben einem Sanitätszelt, in dem das DRK dauerhaft vor Ort ist, mehrere Imbiss- und Essenszelte sowie eine Eisdiele. Das  Wasser wird auf die Nordalb hochgepumpt.

„Von hier nehme ich wesentliche Impulse für meine Arbeit als Lehrerin mit“, sagt Rau über die Veranstaltungen.  Der Leiter der Kirche im Aufbruch, Heinrich Hofmann, erklärt: „Die Predigten sollen alltagstauglich sein. Das Zeltlager gibt den Teilnehmern die Möglichkeit, vertieft in ein Thema einzutauchen.“ Im Zelt für Erwachsene geht es rund ums Thema Glaube: Die Teilnehmer bekommen Impulse von den Referenten und haben die Möglichkeit, sich selbst untereinander auszutauschen. Neben spirituellen Themen sind auch politische angesagt: Dabei geht es den Veranstaltern auch um eine kritische Auseinandersetzung mit dem Islam.

Aus dem Jugendzelt dröhnt  bereits morgens der Bass: Disco ist angesagt – die Jugendlichen tanzen. Außerdem vermitteln „Lobpreisbands“  ihre Botschaft mit Musik: Sogar eine Rapband trat in dieser Woche auf. Die Jugendlichen können  Seminare wie „Ablösung von den Eltern – wie geht das ?“ oder „Gottesfurcht und meine Berufung zur Anbetung“ besuchen. Für Kinder- und Jugendliche stehen außerdem Volleyball- und Fußballturniere zur Freizeitgestaltung auf dem Programm. Auffällig sind die vielen junge Besucher: Sie machen die Hälfte der Teilnehmer aus. Die Kinder werden nach ihrem Alter geordnet in vier verschiedenen Zelten betreut. Mehrere Hundert freiwillige Mitarbeiter im Alter zwischen 16 und 30 Jahren engagieren sich in der Kinder- und Jugendarbeit.

Auch die Degginger Bürger haben die Möglichkeit, etwas vom Treiben auf der Nordalb mitzubekommen: Manche Veranstaltungen werden im Hörfunk der Zeltstadt übertragen. Dieser läuft unter der Frequenz 91,6.  „Das Radio ist bis unten im Tal zu empfangen“, erzählt Ruth Rau.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel