Schlierbach Freunde reisen im Auto ans andere Ende der Welt

Schlierbach / OLIVER FRICK 06.11.2018
Die zwei Freunde sammelten Spenden für die Menschen in Tadschikistan. Dafür reisten sie über 10 000 Kilometer durch zwölf verschiedene Länder.

„Aufgeben war nie eine Alternative.“ So beschreibt Dominik Ammann seine Erfahrungen bei der „Tajik Rallye“, die ihn und einen Freund im Zeitraum vom 2. bis zum 28. September diesen Jahres über eine Strecke von über 10 000 Kilometer durch zwölf verschiedene Länder geführt hat.

Nach dem Start in München ging es mit einem Subaru Baujahr 2006 Richtung Österreich und anschließend quer durch Osteuropa und die Türkei, dann über Russland nach Zentralasien und schließlich nach Tadschikistan. „Ich musste erst einmal selber nachschauen, wo das überhaupt liegt, als mein Kumpel damals gefragt hat, ob ich Lust auf eine Wohltätigkeitsrallye nach Tadschikistan habe. Ich habe zwar spontan zugesagt, aber das Interesse dafür hat sich erst danach gebildet“, erzählt Ammann schmunzelnd. Ursprünglich haben sie die Rallye schon 2017 machen wollen, das habe dann aber nicht geklappt.

„Unser Ziel war es, im Voraus Spenden für die Caritas in Duschanbe zu sammeln.“ Die Hauptstadt von Tadschikistan, eines armen und unterentwickelten Landes, war das Ziel. „Durch Mundpropaganda und über das Internet haben wir Geld gesammelt“, erklärt Ammann. Die Firma Ernst Friedrich Heuer aus Schlierbach habe zusätzliches Material bereitgestellt und einen großen Zuschuss gegeben. „Ich habe den Chef gefragt, ob er uns unterstützen möchte und das hat er gerne gemacht. Die Firma war begeistert und hat tatkräftige Unterstützung geleistet“, verdeutlicht der Werkstudent, der im Moment neben dem Studium in der Schlierbacher Firma arbeitet. Den Wagen für das Abenteuer habe man im Voraus gekauft und vor Ort in Duschanbe wieder versteigert. Der Erlös wurde gespendet.

„Die Rallye war nicht auf Zeit, und die Strecke war frei wählbar“, sagt Ammann. Auf der mehr als 10 000 Kilometer langen Strecke hatte man aber mit der einen oder anderen Schwierigkeit zu kämpfen. „Uns ist in der Türkei ein großer Felsbrocken unters Vorderrad geraten, und in Asien hatten viele Straßen gigantische Schlaglöcher.“ Ein platter Reifen sei aufgrund der Schlaglöcher mehrfach vorgekommen und das Vorderrad musste nach dem Zusammenstoß mit dem Brocken auch gewechselt werden. „Aber abgesehen davon lief alles ziemlich reibungslos“, findet der Abenteurer. Allgemein habe es zu seiner Überraschung unterwegs viele gute Werkstätten gegeben, die fast immer defekte Reifen reparieren konnten. Er ergänzt, dass auch die Grenzsoldaten unerwartet freundlich waren.

Ammann beeindruckte „neben den riesigen Gebirgen die unglaubliche Gastfreundschaft der Menschen“ am meisten. Ihnen wurde teilweise „mehr Essen angeboten, als wir jemals hätten essen können.“ Er betont, dass das gerade aufgrund der ärmlichen Verhältnisse, in denen die Menschen leben, wirklich außergewöhnlich gewesen sei. Manche Städte auf der Route seien außerdem wunderschön gewesen.

Angekommen in Duschanbe assistierten beide dann bei lokalen Hilfsprojekten, etwa einem Projekt der Caritas, bei dem behinderte Kinder und Waisen unterstützt werden. Auch Sportförderungskurse wurden unterstützt.

Dominik Ammann kann sich auf jeden Fall vorstellen, ein ähnliches Abenteuer erneut zu erleben: „Schauen wir mal, aber die nächste Tour sollte privat organisiert sein und das Auto will ich dann auch behalten.“ Die Rallye nach Tadschikistan wurde über einen Veranstalter gebucht. Der „Baltic Sea Circle“ interessiere ihn. Dort fährt man einmal von Hamburg aus Richtung Osten um die Ostsee herum zum nördlichen Polarkreis, um dort die Mitternachtssonne zu erleben. Dann geht es zum Ausgangsort zurück.

Daten und Fakten zur Tajik Rallye

Route Die Strecke ist meist rund 10 000 Kilometer lang.

Ziel Endpunkt der Rallye ist Duschanbe, Hauptstadt Tadschikistans.

Zeit Die Teilnehmer müssen das Ziel innerhalb von vier Wochen erreichen.

Auto Die Fahrzeuge werden am Zielort verkauft, der Erlös gespendet.

Sieger Wer das Ziel erreicht, hat gewonnen.

Teilnahme Die Bedingungen orientieren sich an den Einfuhrbestimmungen Tadschikistans.

Gemeinnutz Wichtigster Aspekt der Rallye ist der Wohltätigkeitsgedanke. Die Teilnehmer sammeln im Voraus Spenden.

Unterstützung Die Teilnehmer helfen und unterstützen lokale Hilfsprojekte am Zielort der Rallye.

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