Betreuung Hohenstadt will kinderfreundlich bleiben

Von Margit Weber 01.07.2017

Entgegen der Empfehlung der Spitzenverbände verzichtet der Hohenstadter Gemeinderat auf einer Erhöhung der Kindergartengebühren.

Die aktuelle finanzielle Lage der Gemeinde lasse es zu, die Eltern zu entlasten, argumentierte Bürgermeister Günter Riebort in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Kurt Oldenburg  konnte sich nicht mit dem Gedanken anfreunden. „Seit über 20 Jahren schon bin ich im Gemeinderat und immer wurde die Empfehlung umgesetzt“, beklagte er sich. Oldenburg ging sogar noch einen Schritt weiter und warf den Kollegen mit Kindern im Gremium vor, befangen seien und sich mit dem Verzicht auf die Erhöhung sogar einen geldwerten Vorteil zu verschaffen. Hier schritt der Bürgermeister vehement ein: Keiner der Räte sei befangen, und er persönlich sei an jedem Kind froh, das es in der Gemeinde gebe.

Kai Maurer wies den Vorwurf der Vorteilnahme ebenfalls von sich. Schließlich hätten auch alle anderen Eltern einen Vorteil, wenn die Kindergartengebühren nicht zu hoch wären. „Es ist lächerlich, die Gebühren zu erheben, wenn wir die Situation im vergangenen Jahr betrachten“, warf Daniel Buck ein. Fakt sei, dass der Kindergarten in den vergangenen Wochen nachmittags mehrfach geschlossen gewesen sei. Personelle Engpässe hätten im vergangenen Jahr vermehrt zu Einschränkungen in den Öffnungszeiten geführt, bestätigte auch der Bürgermeister.

Fritz Müller war für die Nullrunde. „Wir arbeiten ja eh nicht kostendeckend, und nach außen setzen wir damit das Signal, dass wir eine kinderfreundliche Gemeinde sind.“

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass es sogar Bundesländer gebe, in denen Kindergartengebühren völlig entfallen würden. Der Markt bei Erziehern sei leergefegt. Deshalb sei er auch froh, dass die Wichtelstube die U3-Betreuung so gut auffange.

Mit sieben Ja- und zwei Gegenstimmen (Oldenburg und Buck) sprach sich das Gremium schließlich für die Nullrunde im kommenden Jahr aus. Damit bleibt es bei 112 Euro im Monat pro Platz für Familien mit einem Kind, Familien mit zwei  Kindern zahlen 85 Euro, mit  drei Kindern 56 Euro pro Platz. Die Spitzenverbände im Land hatten dagegen eine Erhöhung von acht Prozent vorgeschlagen.