Bei einer Gegenstimme hat der Hohenstadter Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, sich an der Machbarkeitsstudie zu einem möglichen Bahnhalt bei Merklingen zu beteiligen. Wie berichtet, beschäftigen sich die Gemeinden auf der Laichinger Alb seit geraumer Zeit mit einem Regionalbahnhof an der ICE-Neubaustrecke. Eine Potenzialanalyse wurde in Auftrag gegeben und lag im Juni des Jahres vor. Daraufhin hat sich der Kreistag dafür ausgesprochen, eine Machbarkeitsstudie erarbeiten zu lassen - die Kosten teilen sich der Kreis (ein Drittel) und die Gemeinden (zwei Drittel).

Nach Laichingen, Merklingen, Nellingen, Berghülen, Heroldstatt und Westerheim beteiligt sich nun mit Hohenstadt auch eine Gemeinde aus dem Landkreis Göppingen an den Kosten. Und sogar deren Nachbargemeinde Drackenstein hat durch Bürgermeister Klaus-Dieter Apelt signalisiert, ein Drittel der Hohenstadt-Kosten übernehmen zu wollen - vorausgesetzt, der Gemeinderat stimmt in seiner Sitzung in der kommenden Woche zu. Inzwischen ist bekannt, dass die Studie rund 200.000 Euro kosten soll. Der Aufteilungsschlüssel sieht für Hohenstadt einen Kostenanteil von etwa 4.400 Euro vor - bei der Zustimmung des Gemeinderats würde Drackenstein 1.500 Euro davon übernehmen.

Die Hohenstadter Räte befürworten generell die Machbarkeitsstudie. Doch ist ihnen bange vor den Folgekosten. "Dies ist Aufgabe des Landes oder des Bundes. Es kann nicht sein, dass sich die Gemeinden der Laichinger Alb auf ewig mit den Folgekosten belasten und somit für alle anderen Aufgaben handlungsunfähig werden", sagte Bürgermeister Günter Riebort. Er wolle mit der Zustimmung zur Kostenbeteiligung an der Studie ein politisches Signal setzen und damit die Verbundenheit der Gemeinde mit der Laichinger Alb demonstrieren. "Als Gemeinde an der Kreisgrenze fühlen wir uns vom Landkreis oft vernachlässigt und vergessen. Doch wir sind noch da", sprach der Schultes auch im Namen der Gemeinderäte. Daniel Buck meinte: "Wenn die Studie jetzt nicht gemacht wird, dann nie wieder. Wir müssen uns da unbedingt beteiligen." Ratskollege Kurt Oldenburg blies in das gleiche Horn und sagte, dass die Summe schon drin sein sollte. Riebort betonte, dass die Gemeinden der Laichinger Alb Hohenstadt stets positiv gegenüberstünden - "die Schule und vieles mehr verbindet die Gemeinden."

Daniel Buck stellte den Antrag, unabhängig von der Entscheidung des Drackensteiner Rats für die Beteiligung zu stimmen. "Wenn Drackenstein mitmacht, umso besser. Aber ich will unabhängig davon zustimmen", befand Buck. Dem Antrag wurde stattgegeben. Bei einer Gegenstimme (Rudolf Stehle) votierte das Gremium für eine Kostenbeteiligung.