Ebersbach Hitzige Debatte im Ebersbacher Rathaus wegen Windpark

Ebersbach / CHRISTINA BINDER 27.06.2016
Das Thema Windkraft entfachte am Freitag im Ebersbacher Rathaus wieder große Diskussionen. Investoren  und Stadt stellten sich den Fragen der Bürger.

„Die Diskussion soll sich nicht den heißen Temperaturen anpassen.“ Das hoffte Bürgermeister Sepp Vogler am Freitagabend. Dass der geplante Windpark zwischen Büchenbronn und Baiereck aber schon seit 2012 für große Aufregung sorgt, ist bekannt. Rund 150 Menschen kamen am Freitag im Bürgersaal des Rathauses zusammen, um sich über das Thema Windkraft zu informieren und ihre Bedenken zu äußern. Vorträge der Stadtverwaltung, der Firma Uhl Windkraft, die den Zuschlag für das Projekt erhalten hatte, und der Bürgerinitiative „Pro Schurwald“, die durch Sprecher Michael Haueis vertreten war, sollten für mehr Klarheit sorgen.  Die heißen Diskussionen blieben an diesem Abend aber trotzdem nicht aus.

Michael Haueis, Sprecher von „Pro Schurwald“, fand klare Worte. Er erklärte, dass die Windkraftanlagen keinen Nutzen für das Gemeinwohl hätten. Haueis beklagte, dass die gesundheitliche Belastung durch Infraschall noch nicht vollständig erforscht sei. „Beschattung macht krank. Das kann man schon mit Folter vergleichen“, sagte Haueis. Weiter sprach er von Beeinträchtigungen der Lebens- und Wohnqualität wie auch der Immobilienwerte. „Dann sind unsere Häuser bald nichts mehr wert.“ Im Namen von „Pro Schurwald“ forderte Haueis, dass vor dem Bau der Anlagen mindestens ein Jahr Messungen über einen Windmast gemacht werden sollen. Auch für eine Umweltverträglichkeitsprüfung setzte er sich ein. Bürgermeister Vogler erinnerte noch einmal daran, dass die Stadtverwaltung Ebersbach keine Entscheidungsgewalt über den Bau des Windparks habe. „Die Genehmigung kommt vom Landratsamt, nicht von uns.“ Auch die Flächen gehörten nicht der Stadt, sondern Forst BW.

Franz Uhl, Geschäftsführer von Uhl Windkraft, versicherte mit seinen anwesenden Verantwortlichen für Planung und Umsetzung, Dr. Karl-Hinz Linke und Dr. Matthias Pavel, dass ausreichende Windmessungen vorgenommen werden würden. „Wie lang das dauern wird, können wir heute aber noch nicht sagen.“ Drei Rotoren sollen zwischen Büchenbronn und Baiereck aufgestellt werden. Der Windpark „ES 02“ soll knapp 24 Hektar Fläche einnehmen und 26 500 Megawattstunden jährlich produzieren. Das die je 217 Meter hohen Windräder von den Ortschaften aus zu sehen sind, wurde von Uhl Windkraft mit verschiedenen Bildern bestätigt.

Michael Haueis und die Bürgerinitiative stellten eigene Bilder vor. Dass die Bilder der Firma Uhl und „Pro Schurwald“ die selben Fakten darlegten, wurden von einigen bezweifelt. Es wurde sogar „Betrug“ unterstellt. Auch die geschätzte Leistung der Anlagen wurde von Haueis scharf kritisiert. „Brauchen wir diesen Windpark?“ fragte der betroffene Bürger Heinrich Kruckelmann. Weitere Bedenken äußerte Rolf Wiedmann, Abteilungskommandant des Löschzugs Büchenbronn/Krapfenreut. Er wollte wissen, wie man bei einem Brand vorgehen solle. Man könne auf 217 Meter nicht löschen. „Dann ist der ganze Schurwald weg.“ Dr. Karl-Heinz Linke, Planer von Uhl Windkraft, wies darauf hin, dass es für den Windpark „ES 02“ ein Brandschutzkonzept sowie einen Löschplan geben wird. Die Antworten der Initatioren schienen die Kritiker nicht zufriedenzustellen. Immer wieder war Raunen und Gelächter im Saal zu hören.

Wie es mit dem Windpark weitergeht? Uhl Windkraft will in etwa 14 Tagen den Genehmigungsantrag im Landratsamt einreichen.

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