Kreis Göppingen Hitze: Die Straßenbäume leiden

Die Hitzeschäden sind nicht zu übersehen: Die Krone dieser Kastanie in Eislingen ist schon ziemlich gelichtet.
Die Hitzeschäden sind nicht zu übersehen: Die Krone dieser Kastanie in Eislingen ist schon ziemlich gelichtet. © Foto: Carlucci
Kreis Göppingen / Mona Abdel Aal 17.08.2018
Bei den Stadtgärtnereien sind die Mitarbeiter im Dauer-Gießeinsatz, um  die Schattenspender am Straßenrand vor dem Vertrocknen zu bewahren.

Wir sind im Dauereinsatz, aber wir kommen durch“, erklärt Martina Ruckwied. Die Leiterin der Stadtgärtnerei ist gerade ständig mit ihren Kollegen im Einsatz, um die unter der Trockenheit leidenden Straßenbäume in Eislingen zu gießen. 12.000 bis 15.000 Liter Wasser werden hierfür am Tag gebraucht. In Eislingen seien „massive Schäden“ an den Bäumen sichtbar. Die Blätter einiger Bäume seien kaum noch intakt. Besonders unter der Hitze litten zum Beispiel die Birken. Diese „stammen eigentlich aus Skandinavien und sind daher eher kälteresistenter“, erklärt Ruckwied. Birken sind auch flachwurzelig. Statt tief in die Erde wachsen ihre Wurzeln also knapp unter der Oberfläche, und kommen somit auch nicht an das Grundwasser heran. „Auch frisch gepflanzte Jungpflanzen müssen verstärkt gegossen werden“, sagt die Leiterin der Stadtgärtnerei.

Aber nicht bei allen Bäumen reiche das Gießen mehr aus. „Besonders geschwächte Bäume, die von Pilzen befallen waren, konnten der Hitze nicht standhalten“, meint Ruckwied. Auch Rasenflächen litten natürlich unter der Hitze. Daher wurde im Eislinger Eichenbachstadion eine Gießvorrichtung installiert, um den viel genutzten Rasen möglichst gut zu schützen. Dies sei auch gut gelungen, denn zwischen den nicht gegossenen Rasenflächen und dem Stadionrasen sehe man einen deutlichen Unterschied, meint die Leiterin der Stadtgärtnerei. „Die Sprenkler laufen zwar in der Nacht und nicht so oft, aber dafür gießen sie dann so viel, dass auch wirklich der ganze Rasen gut nass ist.“

Auch die Sportplätze und sogar zwei Grünflächen in Geislingen profitieren von einem System der automatischen Bewässerung, erzählt Traugott Oßwald vom Städtischen Bauhof Geislingen.

Nicht nur für die Grünflächen, sondern auch für die Bäume waren die letzten Wochen eine harte Zeit. „Ja, es sind Schäden sichtbar“, meint Traugott Oßwald.  „Die Früchte an unseren Obstbäumen werden nicht größer und geraten ins Stocken. Auch die Blätter werden braun und fallen ab“, erklärt er weiter. Von den neu gesetzten Bäumen müssten wahrscheinlich ganze zehn Prozent neu gepflanzt werden, denn diese hätten es besonders schwer, die hohen Temperaturen auszuhalten. Die Straßen- und Platzbäume würden wegen der engen Baum-Quartiere ebenfalls nicht ausreichend mit Wasser versorgt werden. „Auch Asphaltbelag und Beton verursachen zusätzliche Hitze“, weiß Traugott Oßwald.

Ebenfalls besonders betroffen seien Geislingens alte Linden,  deren Äste sich „bereits nach unten biegen“, erzählt Oßwald. Trotzdem könne man den genauen Schaden erst in einigen Wochen absehen. Um diesen allerdings zu minimieren, werden pro Tag etwa 15 bis 17 Kubikmeter Wasser gegossen. Die Grün-Paten Geislingens unterstützen zusätzlich durch Gießen im öffentlichen Bereich. Daher wird momentan noch keine weitere Hilfe benötigt, auch ein Wochenenddienst musste noch nicht eingerichtet werden.

In Göppingen wird das Referat Umweltschutz und Grünordnung von einigen Landwirten mit deren Gießwagen unterstützt. Um die 15.000 Liter Wasser werden hier am Tag gegossen. Die Hilfe der Landwirte werde gerne angenommen, erzählt Henry Mutke vom Referat Umweltschutz und Grünordnung. Trotz des Gießens habe man aber mit Ausfällen zu kämpfen. „Nicht alle Bäume können erhalten werden. Manche müssen auch nachgepflanzt werden“, sagt Mutke. Zu diesen Bäumen gehörten auch in Göppingen flachwurzelnde Bäume und Jungpflanzen, bei denen vertrocknete und teilweise schon braun gefärbte Blätter sichtbar waren. Den Jungpflanzen fehle einfach die Stabilität und lange Wurzeln, die bis ins Grundwasser reichen.

Auch andere Bäume benötigten von Natur aus einfach einen feuchteren Standort. Denn Bäume wie Eichen und Eschen würden normalerweise eher im Auebereich gedeihen. Natürlich müssten auch diese verstärkt gegossen werden, erklärt Mutke. „Durch das Gießen soll das Risiko, bleibende Schäden zu erleiden, gesenkt werden.“

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Kubikmeter Wasser werden von den Mitarbeitern des Städtischen Bauhofs Geislingen am Tag gegossen, um die Bäume im Stadtgebiet ausreichend zu versorgen.

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