Uhingen Historischer Tag fürs Tal der Frohen

Auch heute und an den folgenden Samstagen rollen auf der Nassachtalstraße die Baumaschinen. Ab 9. Oktober wird der letzte Abschnitt der sanierten Straße wieder befahrbar sein.
Auch heute und an den folgenden Samstagen rollen auf der Nassachtalstraße die Baumaschinen. Ab 9. Oktober wird der letzte Abschnitt der sanierten Straße wieder befahrbar sein. © Foto: Staufenpress
KARIN TUTAS 12.09.2015
Der 9. Oktober wird ein freudiger Tag für die Menschen im Nassachtal. Dann wird der letzte Abschnitt der sanierten Landesstraße für den Verkehr freigegeben - zwei Wochen früher als geplant.

Im Kalender von Johannes Schmalzl ist der Termin schon fix eingetragen. Für den Regierungspräsidenten ist es einer von vielen Terminen, für die Mitglieder der Bürgerinitiative Nassachtal dagegen wird der 9. Oktober 2015 so etwas wie ein historisches Datum. Dann wird der Bauabschnitt Süd der sanierten Landesstraße - zwischen Nassach und Nassachmühle für den Verkehr freigegeben. "Wir sind sehr glücklich", erklärt der Sprecher der Bürgerinitiative und Ortsvorsteher von Baiereck-Nassach, Eberhard Hottenroth.

Für die Menschen im Tal der Frohen geht mit der Verkehrsfreigabe ein jahrelanger Kampf zu Ende. Fast ein halbes Jahrzehnt wurde um den Ausbau des maroden Sträßchens gerungen, das aufgrund der geringen Verkehrszahlen im Landesverkehrsplan zuletzt unter ferner liefen rangierte. Ausgerechnet der erste grüne Verkehrsminister, Winfried Hermann, hatte 2011 den Weg frei gemacht für die Instandsetzung der Buckelpiste - zunächst zwischen Baiereck und Nassach. Hermann, der zur Verkehrsfreigabe am 9. Oktober kommen wird, hatte sich eines Schachzuges bedient. Statt des Neubaus wurde saniert - in einem sogenannten Kalt-Recyclingverfahren, mit dem das Nassachtalsträßchen gar zum Pilotprojekt mutierte.

In weite Ferne gerückt - bis ins Jahr 2025 - schien zunächst der letzte, 1,4 Kilometer lange Bauabschnitt von Nassach nach Nassachmühle. Jedoch die Stadt Uhingen, der Ortschaftsrat und die Bürgerinitiative wirbelten weiter. Und wieder wurde ein Dreh gefunden: der Radweg zwischen Nassach und Nassachmühle, der nun die Lücke zwischen dem Schurwald und dem Filstalradweg schließt. Dieser Radweg konnte nur auf der Straßentrasse gebaut werden, die somit saniert werden musste. Rund zwei Millionen Euro hat das Land in diesen letzten Abschnitt investiert.

Auch der Uhinger Bürgermeister Matthias Wittlinger freut sich über das bald vollendete Projekt: "Es hat sehr viel Arbeit und Kraft gekostet, Ministerium und Regierungspräsidium zu überzeugen." Von der Radweganbindung werde der gesamte Landkreis profitieren, ist Wittlinger überzeugt. "Der Kampf hat sich gelohnt", sagt Eberhard Hottenroth. Ein rauschendes Fest anlässlich der Verkehrsfreigabe ist indes nicht geplant. Die Nassachtäler wollen vor dem offiziellen Festakt zum Wandern, Laufen und Radfahren auf verschiedenen Rundkursen einladen. Die Straßenbauer arbeiten nach Auskunft des Regierungspräsidiums mit Hochdruck auf den Eröffnungstermin hin. Restarbeiten seien nach der Verkehrsfreigabe nicht auszuschließen.