Salach Hip-Hop-Tänzer aus Salach holen WM-Titel

Nach ihrer Rückkehr aus Glasgow wurden die frisch gebackenen Hip-Hop-Weltmeister in der Kategorie unter 14 Jahren in Salach begeistert empfangen. Die Trophäe hält die Leiterin von „Switch Back“, Maya Rapp. Eine Tänzerin fehlt auf dem Bild.
Nach ihrer Rückkehr aus Glasgow wurden die frisch gebackenen Hip-Hop-Weltmeister in der Kategorie unter 14 Jahren in Salach begeistert empfangen. Die Trophäe hält die Leiterin von „Switch Back“, Maya Rapp. Eine Tänzerin fehlt auf dem Bild. © Foto: Ackermann
Salach / Sabine Ackermann 04.09.2018
Manchmal gibt es überraschend Champions: Die Gruppe „Switch Back“ aus der „IE-Tanzschule“ Salach wurde Weltmeister im Hip-Hop.

„Weltmeister 2018“ steht in Großbuchstaben über dem Eingang der Tanzschule und die zwei Deutschlandfahnen links und rechts machen deutlich – aus welchem Land die Besten der Besten kommen. Erwartungsvoll schauen Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde rund um Maya Rapps „Impressive Expression Dance School“ in Richtung Einfahrt – gleich müssen sie um die Ecke biegen.

Als schließlich die heiß ersehnten Pkw auf den Hof fahren, die Mädchen ihre Augenbinden abnehmen und aussteigen, bricht über sie ein wahrer Beifallssturm und Jubel aus. „We are the Champions“ und „So sehen Sieger aus“ erklingen von irgendwo her die Lobeshymnen und mittendrin im glitzernden Konfettiregen wird im Sekundentakt gedrückt, geküsst, geweint und gelacht. „Wenn es schon die deutsche Nationalmannschaft im Fußball nicht packt, dann packen wir’s“, hält Roman Rapp mit seiner Freude über den Sieg nicht hinterm Berg. Und es ist seine Tochter Maya Rapp, die mit ihrer Choreografie die sieben Mädchen der Gruppe „Switch Back“ in einem dreiviertel Jahr Vorbereitungszeit zum Sieg puschte. Selbst mit Preisen überhäuft, hat die ausgebildete Hip-Hop-Lehrerin und Leiterin der IE Dance School nicht wirklich mit dem „UDO World Championships Glasgow 2018“ gerechnet.

„Unter die ersten Fünf zu kommen, das wäre top“, verrät die 21-Jährige aus Süßen ihren vorausgegangenen Wunschgedanken und betont strahlend: „Und nun ist es mehr als wir je dachten“. Um den Weltmeistertitel in der Kategorie „Unter 14 Jahren“ kämpften Jugendliche aus 35 Nationen, davon wurden 16 Gruppen unter anderem aus Japan, Neuseeland, Frankreich sowie Belgien für den dreitägigen Wettbewerb qualifiziert.

„Switch Back“ aus Salach reisten als Deutscher Meister nach Schottland. Zur Freude aller, tanzten sich Helena Dirr, Fabienne Pollety, Naomi de Pompa, Anina Stuhlinger, Nele Scheel, Michele Wölfel sowie Jacqueline Zent  am vergangenen Freitag mit drei weiteren Konkurrenten direkt ins Finale. „Aufgrund unserer guten Punktzahl war uns der vierte Platz da schon sicher“, sagt Maya Rapp. Die restlichen 12 Gruppen bekamen samstags ihre „zweite Chance“, darunter rückten fünf Teams nach und belegten die Plätze fünf bis neun.

Bei der Siegerehrung kommen nur sieben der neun Gruppen auf das einzige Treppchen, berichtet Sandra Goethe-Rapp, Mayas Mutter vermutet: „Bleiben zwei Gruppen unbenannt, wird bis zum Schluss die Spannung gehalten wer Weltmeister wird.“ Die Plätze drei und zwei belegten jeweils Tanzgruppen aus England. Präsentiert wurden „urbane Stile“, bestehend aus Sequenzen wie Hip-Hop, Voguing, House und Dancehall. „Man kann sich die Tanzstile heraussuchen, es sollten aber mindestens drei unterschiedliche Rubriken sein“, erklärt Maya Rapp das Reglement. Sieben Wertungsrichter aus verschiedenen Nationen vergeben dann ihre Punkte von 0 bis 10, geachtet wird unter anderem auf eine saubere Ausführung, Synchronität, Bühnenpräsenz, Taktgefühl sowie den Schwierigkeitsgrad.

„Jetzt realisiere ich es gerade richtig“, verrät Nele und stimmt Anina zu, die betont: „Auch wenn es ganz schön anstrengend war, ich würde es wieder machen“. Für Micheles persönliches Empfinden war „House“ der schwierigste Teil, „da kommt es sehr auf das Feeling an“. Bis auf Jacqueline, die mit ihren Eltern gleich in Urlaub gefahren ist, bestätigen die frischgebackenen Weltmeisterinnen, dass die Stimmung und Zusammenarbeit unter den Mädels super war. Darüber hinaus sei die Veranstaltung in Glasgow hervorragend organisiert gewesen und Zickereien unter den Konkurrentinnen – die gab es auch nicht.

Weltweit größte Straßentanzorganisation

Gründung Die United Dance Organisation „UDO“ wurde im Jahr 2002 gegründet und ist die weltweit größte Straßentanzorganisation mit über 75 000 Mitgliedern in 30 Ländern, einschließlich Afrika, Australien, Dubai, Japan und Deutschland.

Ziele „UDOs“ Mission ist es, Tänzern jeden Alters, Niveaus, Hintergrunds, jeder Fähigkeit und Behinderung eine positive sowie unterstützende Plattform zu bieten, um Kreativität und Leidenschaft zu entfesseln. Das Ziel: Street-, Hip-Hop - und kommerziellen Tanz für alle zugänglich zu machen sowie junge Menschen zu fördern.

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