Über die neue Landing-Page www.freundeskreis-finden.de wenden sich die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe Landesverband Württemberg besonders an junge Suchtkranke. „Du kannst“, so lautet das Motto einer Aktion, die sich über Postkarten, Plakate und übers Internet an junge Menschen richtet. Auch im Kreis Göppingen sind diese Freundeskreise mehrfach vertreten.

Auf der Landing-Page sprechen junge Betroffene aus den Selbsthilfegruppen, die gerade noch einmal die Kurve gekriegt haben, über ihre Sucht. Das Internetangebot soll ein Mutmacher zu einem Weg zurück zu sich sein, „denn trocken und clean können noch immer große Ziele erreicht und ein Leben mit Perspektive geführt werden“, betont der Landesverband. Die Landing-Page nimmt den Besucher mit in das Thema „Sucht“ und zeigt Möglichkeiten der Begleitung auf.

Die Seite eignet sich auch für Freunde und Familienangehörige von Suchtkranken, um diese anzusprechen – wie es zum Beispiel bei Tom  geschah: Der trank am Anfang nur, um vom Stress bei seinem Studium abzuschalten. Mit einem Job in der Bar verdiente er Geld fürs Studium. Für seine Getränke musste er nicht zahlen, nach Dienstende kam regelmäßig der Absturz. Tom ist inzwischen 29 Jahre alt, ohne Ausbildung, trockener Alkoholiker – und clean, denn auch Pillen gehörten zu seinem Arsenal an  Rauschmitteln..

„Junge Menschen sind oft von mehreren Substanzen abhängig“, weiß der Geschäftsführer des Landesverbands, Rainer Breuninger aus Laichingen. „Alkohol, Drogen, Nikotin und bunte Pillen – es wird konsumiert, was der Markt hergibt.“ Und der Markt, betont Breuninger, ist vielfältig und preisgünstig bestückt.Wer spüre, dass seine Sucht real ist und sich etwas ändern müsse, könne ein neues Leben beginnen, bekräftigt auch Breuninger.

Natürlich wird nicht jeder, der auf ein Bier zum Feiern geht, alkoholkrank. Aber Fälle wie den Tom gibt’s einige – die Betroffenen fallen nur nicht auf. Tom hatte seinen Alkoholkonsum und die gelegentlichen Joints unterschätzt, denn sein Weg in die Sucht verlief schleichend. „Ich brauche keinen Alkohol und mit dem bisschen Gras kann ich jederzeit aufhören“, dachte auch er.

Doch auch „das bisschen Gras“, sprich: Cannabis, verändert mit der Zeit die Hirnstruktur und Persönlichkeit und wird von vielen Nutzern völlig verharmlost. Die Produktion bestimmter Stoffwechsel-Proteine wird gebremst und die Nerven können die für den Körper notwendigen Aktionspotenziale immer schlechter bis irgendwann gar nicht mehr aufbauen. Die sichtbare Folge davon: Den Betroffenen ist alles egal, sie werden phlegmatisch, träge, Chillen ist angesagt. Etwas Gras in den Tabak gemischt oder pur konsumiert als Blunt – eine mit Marihuana gefüllte Zigarette – und schon fühlt man sich gelassener. Die Sinneswahrnehmung verändert sich bei Farben und Geräuschen, das Raum-Zeit-Gefühl verlangsamt sich. Die Konzentration lässt nach, Leistungsfähigkeit und Kurzzeitgedächtnis sind eingeschränkt, die Antriebslust vermindert.

Deshalb ermutigen die Freundeskreise Betroffene, sich bei ihnen zu melden. Wer spüre, dass seine Sucht real ist und er an dieser Situation etwas ändern wolle, aber auch wer schon eine Therapie absolviert habe oder absolviere, könne sich  an die Freundeskreise wenden.

Info Mehr zu den Freundeskreisen für Suchtkrankenhilfe, darunter die Kontakte zu den lokalen Gruppen, gibt es online unter www.freundeskreis-finden.de Eine Kontaktaufnahme mit dem Landesverband per E-Mail ist über die Landing-Page ebenfalls möglich.