Krummwälden Hilfe für historisches Kleinod

Die Jakobus-Kapelle in Krummwälden wird grundlegend erneuert. Durch Glockenschwingungen sind Risse im Mauerwerk entstanden.
Die Jakobus-Kapelle in Krummwälden wird grundlegend erneuert. Durch Glockenschwingungen sind Risse im Mauerwerk entstanden. © Foto: Irisi Ruoss
Krummwälden / Iris Ruoss 09.11.2018
Die Jakobus-Kapelle in Krummwälden wird erneuert. Die katholische Kirchengemeinde St.Markus – Liebfrauen muss 438 000 Euro investieren.

Die Krummwäldener Kapelle ist ein historisches Kleinod aus dem 15. Jahrhundert mit wertvollen Fresken, Heiligenfiguren und einem Originalaltar. Feuchtigkeit und Schwingungen des Glockenturms haben dem kleinen Gotteshaus stark zugesetzt. „Schon vor vier Jahren erfolgte eine erste Begehung zur Schadensaufnahme“, erklärt Pfarrer Bernhard Schmid. Erste Schadensanzeichen waren Risse im Chorraum, die mit Markierungen versehen und beobachtet wurden. Die Risse wurden im Laufe der Zeit größer, der Ursache wurde genauestens auf den Grund gegangen. Entstanden sind die Risse im Mauerwerk durch die Glockenschwingungen, die sich auf das gesamte Gebäude übertragen. Rund 31 000 Euro wurden bereits in die umfassende Schadensaufnahme der gesamten Kirche gesteckt. Jetzt haben die Sanierungsarbeiten begonnen. Die Dachbalken müssen teilweise ausgetauscht, das komplette Dach neu eingedeckt sowie Glockenstuhl und -aufhängung erneuert werden. Feuchte Sockel werden trocken gelegt, Risse im Mauerwerk ausgebessert und die Turmfassade abgedichtet. Auch die Fenster müssen saniert werden, genauso wie die Fresken im Kircheninneren.

„Die Kirche muss dem Denkmalschutz entsprechend saniert werden“, erklärt Schmid. Ende des vergangenen Jahres war alles soweit unter Dach und Fach, die Sanierung konnte allerdings erst jetzt starten. „Naturschutzrechtliche Auflagen, wegen Fledermäusen“, nennt der Pfarrer einen Grund, außerdem sei es schwierig gewesen, Handwerksfirmen zu einem früheren Zeitpunkt zu bekommen. Akute Gefahr bestand in der Kirche bisher aber nicht. Mit der Fertigstellung der Sanierung wird im Juni kommenden Jahres gerechnet. „Das ist aber witterungsabhängig“, erklärt Bernhard Schmid. 438 000 Euro soll die Sanierung kosten, für die Kirchengemeinde ein dicker Brocken, wie der Pfarrer sagt. 209 000 Euro muss die Kirchengemeinde selbst berappen, finanziert aus Rücklagen und im Haushalt eingestellten Investitionen. Aus dem Ausgleichsstock des Bischöflichen Ordinariats Rottenburg fließen 185 000 Euro, vor kurzem kam die erfreuliche Nachricht des Landesamts für Denkmalpflege, das rund 42 000 Euro Zuschuss bewilligt hat. „8500 Euro sind schon als Spenden eingegangen“, freut sich Kirchenpfleger Reiner Hartmann, 44 000 Euro sollen in den kommenden Jahren für die Kirchenrenovierung gesammelt werden. „Dann hätten wir eine geringere Eigenbelastung“, erklärt der Pfarrer mit Blick auf weitere Sanierungsprojekte an Immobilien der Kirchengemeinde, die in den kommenden Jahren anstehen werden. Derzeit läuft die Bauschau in der St. Markuskirche, wo größere Arbeiten am Glockenturm anfallen werden, dazu auch die Sanierung der Orgel. Auch der Zustand des Altbaus des Kindergartens St. Michael lässt zu wünschen übrig, wenn Sanierungs- und Neubaukosten abgewogen werden, könnte sogar ein Abriss ins Haus stehen. Auch die St. Anna-Kapelle muss überprüft werden, die letzte Renovierung war in den 1980-er Jahren. Da könnte noch einiges auf die Kirchengemeinde zukommen.

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