In einer Sondersitzung hat der Bundestag am Mittwoch mit einer deutlichen Mehrheit für das dritte Griechenland-Hilfsprogramm gestimmt. 454 Abgeordnete votierten mit Ja, 113 mit Nein, 18 enthielten sich. Der Böhmenkircher Hermann Färber, CDU-Abgeordneter aus dem Wahlkreis Göppingen, gehört zu den 63 Abweichlern aus der Union, die der Kanzlerin Angela Merkel die Gefolgschaft in dieser Frage verweigerten. Hermann Färber am Mittwoch dazu: "Nach reiflicher Überlegung und Abwägung habe ich heute gegen das dritte Hilfspaket für Griechenland gestimmt, weil ich erhebliche Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit und Reformbereitschaft der griechischen Regierung habe. Meiner Ansicht nach ist Griechenland über ein halbes Jahr wieder besseren Wissens vom erfolgreichen Kurs abgewichen und einen Crashkurs gefahren, für den die Gemeinschaft nun mit einem erneuten Hilfspaket einspringen soll." Färber, der schon gegen Verhandlungen über ein Hilfspaket war, vermisst zudem die Eigeninitiative Griechenlands im Hinblick auf die Bekämpfung der Schuldenkrise.

Anders sieht das die SPD-Abgeordnete Heike Baehrens aus dem Wahlkreis Göppingen, die für die Griechenlandhilfe stimmte. Es war richtig, gründlich zu verhandeln. Nur so konnte ein teurer Grexit verhindert werden, sagt sie. Jetzt haben wir deutliche Reformschritte erreicht, die zu einem wesentlichen Teil bereits im griechischen Parlament beschlossen wurden. "Gerade eine umfassende Reform der Verwaltung und des Steuersystems sind überlebenswichtig für Griechenland", so Baehrens. "Das neue Programm kann gelingen. Griechenland hat eine Chance, im Euro zu bleiben und sich wirtschaftlich zu erholen", sagt Baehrens.