Natur Hilfe aus der Luft für versauerte Waldböden

Per Hubschrauber sollen wie auf diesem Bild auch Waldböden im Schurwald gekalkt werden.
Per Hubschrauber sollen wie auf diesem Bild auch Waldböden im Schurwald gekalkt werden. © Foto: T. Frohmaier
Kreis Göppingen / SWP 09.08.2018
Die Forstbehörde im Landkreis lässt ab Montag im Schurwald Flächen per Hubschrauber kalken.

Wie die Forstbehörde beim Landratsamt Göppingen mitteilt, werden von kommender Woche an. 13. August, rund 480 Hektar Waldgebiet gekalkt, die Areale liegen im Nordwesten des Landkreises: ein Bereich vom Kaisersträssle nördlich von Adelberg über Unter- und Oberberken und der zweite zwischen Ebersbach, Büchenbronn und Baiereck. Je nach Wetterlage werde die Aktion, die frühestens am kommenden Montag, womöglich auch erst Dienstag oder Mittwoch startet, maximal drei  Wochen in Anspruch nehmen. In dieser Zeit sollte der Waldbesuch in diesen Gebieten vermieden werden.

„Mit der Ausbringung von Kalk sollen die Versauerung der Waldböden abgemildert und die natürlichen Regenerationsprozesse der Böden unterstützt werden. Das ist eine wichtige Grundlage für klimastabile Wälder mit ihren vielfältigen Funktionen, wie beispielsweise als Wasserfilter für sauberes Trinkwasser“, betont Forstamtsleiter  Martin Geisel laut einer Pressemitteilung. Baden-Württemberg setze seit rund zehn Jahren ein Gemisch aus Dolomit und Holzasche für die Bodenschutzkalkung ein, das entweder mit Hubschraubern ausgebracht oder mittels speziell ausgerüsteter Fahrzeuge vom Boden aus verblasen wird. Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch das Kalkmaterial bestehe nicht.

In den berührten Waldgebieten komme es während der Arbeiten zu Wegesperrungen. „Waldbesucher sollten die Sperrhinweise beachten, denn es ist mit einem erhöhten Lkw-Verkehr aufgrund der Materialanlieferungen zu rechnen. Zur eigenen Sicherheit solle das Gebiet in der Zeit des Helikopterflugs nicht betreten werden. „Abgesehen davon, dass es staubt, kann es vorkommen, dass kleine Steinchen oder Klumpen im Material enthalten sind. Damit diese keine Schäden anrichten, bitten wir die Menschen den Absperr- und Hinweisschildern Folge zu leisten“, betont das Forstamt.

Die Planung, Ausschreibung und Überwachung der Kalkung hat die die Untere Forstbehörde des Landkreises Göppingen übernommen. Für die Planung der Bodenschutzkalkung wurden zahlreiche erfasste Informationen über den Bodenzustand durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg herangezogen und durch hunderte Bodenproben im Staats- und Privatwald ergänzt.

Auf diesen Grundlagen, schreibt das  Forstamt weiter, werden Karten erstellt, die als Planungsgrundlage der Kalkungsaktion dienen. Darin seien bereits Kalkungsflächen, kalkungsempfindliche Ausschlussbereiche, die geeignete Materialmischung und eine Empfehlung zur Art der Ausbringung dargestellt. Auf Grundlage dieser Karten erfolge eine Abstimmung mit der Naturschutz- und Wasserbehörde. 

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel