Betreuung Heiningen will Waldkindi im Riederholz

Heiningen / Inge Czemmel 14.04.2018

Das Einfachere oder das Reizvollere: Der Heininger Gemeinderat entscheidet sich bodenständig beim Standort für den geplanten Waldkindergarten, der möglichst schon nach den Sommerferien starten soll und die drei Kindergärten am Ort entlastet. Das Riederholz, ein Waldstück Richtung Bezgenriet, das noch zu Fuß zu erreichen ist, soll das Revier für den Naturkindergarten werden. Die Alternative war die „reine Natur“ oberhalb des Lotenbergs oder Wiesen unterhalb des Lotenbergs. Aber das ist weit weg vom Ort, man müsste die Anfahrt organisieren und hätte dort auch nur wenig oder gar keine Gemeindeflächen.

Die Erzieherinnen seien davon begeistert gewesen, berichtete Hauptamtsleiterin Barbara Dill. Doch der Gemeinderat entschied sich bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltung für den „einfacheren Standort“, so Bürgermeister Norbert Aufrecht. Dort ist die Lage übersichtlich, es gibt Wald und Wiesen, ein Bauern­hof ist in der Nähe.

Allerdings gibt’s auch Nachteile, sagt die Amtsleiterin. Die Waldfläche sei klein, die Straße nach Bezgenriet relativ nahe, es seien viele Spaziergänger und Freizeitsportler unterwegs. Der Bussard und der Rote Milan wurde gesichtet. Man müsse die Brutplätze meiden. Karl Martin Haag (Freie Wähler) gefällt das alles nicht. Der Rote Milan sei noch das kleinste Problem. Es gebe den Eichenprozessionsspinner und den sturmanfälligen Wald, „im Riederholz liegen 50 Festmeter Sturmholz“. Man habe dort zehn, zwölf Füchse geschossen, die seien voller Räude gewesen. Und was die Einsparungen gegenüber einem stationären Kindergarten betreffe: Man werde irgendwann eine Wasserleitung rauslegen und dann auch einen Stromanschluss.

Der Schultes versicherte, das die Leitungen nicht kämen. Sein Standpunkt: „Entweder will man’s oder nicht. Mit allen kritischen Fragen.“ Er selbst sei als Jogger schon von einem Bussard angegriffen worden, „ich weiß wie sich das anfühlt“. Claudia Schlürmann (Frauenliste) bekräftigte, dass die Eltern wüssten, was ein Waldkindergarten sei. Das sei auch keine Sparlösung, sondern die am schnellsten umsetzbare, der noch Anderes folgen könne. Amtsleiterin Dill verwies auf Förster Staib, der sage, den Fuchsbandwurm gebe es überall, daran stürben in Deutschland zwei Menschen im Jahr. „Klar: wir müssen alles beachten“, betont Dill. „Wenn man sich von allem abschrecken lassen würde, gäb’s keinen Waldkindergarten.“

Für Michael Traub (Bürgerliste) wäre der Eichert als Standort „eher ideal“. Dort gebe es keine Straße. Aufrecht bekannte, er sei nicht auf die Idee gekommen, eine Göppinger Fläche in Anspruch zu nehmen. Der Standort Riederholz ist nicht in Stein gemeißelt. Man will nach einer gewissen Zeit „nochmal draufgucken“, ob es dabei bleiben soll. Noch sei das für Heiningen Neuland. Aufrecht: „Wir sind noch grün hinter den Ohren.“

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