Heiningen Heiningen geht an Sparstrumpf

Im Heininger Rathaus sorgen die Finanzen für Sorgenfalten: Die Gewerbesteuereinnahmen sind auf ein Viertel geschrumpft. Foto: Giacinto Carlucci
Im Heininger Rathaus sorgen die Finanzen für Sorgenfalten: Die Gewerbesteuereinnahmen sind auf ein Viertel geschrumpft. Foto: Giacinto Carlucci
MARGIT HAAS 19.03.2014
Finanziell gesehen ist das Jahr 2014 das schlechteste, das Heiningen je erlebt hat. Nur mit dem Griff in den Sparstrumpf kann die Kommune ihre laufenden Ausgaben und Investitionen überhaupt finanzieren.

Kämmerer sehen im Allgemeinen eher mit Zurückhaltung in die finanzielle Zukunft ihrer Gemeinde. Lothar Stuiber aus Heiningen hat in diesem Jahr allerdings guten Grund für seine pessimistische Haltung. "Das ist der schlechteste Haushalt aller Zeiten", erläuterte er am Montagabend dem Gemeinderat. Vor allem das Wegbrechen der Einnahmen aus der Gewerbesteuer macht dem Kämmerer Sorgen. Konnte er im Jahr 2012 noch 2,5 Millionen Euro verbuchen, werden es in diesem Jahr nur noch 640 000 Euro sein. Gleichzeitig muss die Kommune höhere Umlagen zahlen und erhält weniger Zuweisungen, weil das Land das gute Jahr 2012 dafür als Grundlage nimmt.

Und so muss Heiningen in diesem Jahr seinen Sparstrumpf plündern und mit Geld aus dem Vermögen laufende Ausgaben finanzieren. Zudem muss der Kämmerer neue Schulen machen. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt deshalb von bislang 450 auf 940 Euro an. Die Gesamtverschuldung der Kommune wird deshalb am Ende des Jahres über 4,7 Millionen Euro betragen. Da bleibt für Investitionen wenig Spielraum. Rund 100 000 Euro wird die Kommune in die Sanierung des Daches und in die Mensa-Erweiterung der Schule investieren. Für den Neubau des Jugendhauses hat der Kämmerer 175 000 Euro bereitgestellt.

Eine erste Planungsrate für eine neue Trainingshalle beträgt 20 000 Euro. Für das Sanitärgebäude beim Kunstrasenplatz fallen 150 000 Euro Beteiligungskosten an. Schwerpunkt ist die Investition von 125 000 Euro in das Breitbandnetz. 69 000 Euro beträgt der Anteil der Gemeinde an den Renovierungskosten des Turmes der evangelischen Kirche. Er war vom Hagel in Mitleidenschaft gezogen worden. Im "Haus in der Breite" werden Dach und Fenster saniert, Querungshilfen an der Voralbhalle und am Kreisverkehr schlagen mit 130 000 Euro zu Buche. Größter Posten auf der Einnahmeseite sind Grundstücksverkäufe. Im Baugebiet "Breite III" sind nur vier Plätze nicht verkauft, freute sich Bürgermeister Norbert Aufrecht. Erhöht werden die Bestattungsgebühren, der Wasserzins sinkt auf zwei Euro.