Nach intensiver Debatte hat der Deutsche Bundestag gestern über vier fraktionsübergreifende Gesetzentwürfe zur Neuregelung der Sterbehilfe abgestimmt. Die SPD-Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Göppingen freut sich laut einer Pressemitteilung, dass das Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung die meisten Stimmen erhalten hat. An diesem Entwurf der Gruppe der Abgeordneten um Kerstin Griese (SPD) und Michael Brand (CDU) habe sie von Beginn an mitgearbeitet.

"Die Beihilfe zum Suizid darf nicht zu einer selbstverständlichen Dienstleistung werden", so Heike Baehrens in der Mitteilung. "Daher ist es richtig, Organisationen und Vereinen entgegenzutreten, die Suizidbeihilfe zu einem Geschäftsmodell machen möchten."

Mit dem beschlossenen Gesetz kann nun die geschäftsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden. Darunter fällt nicht die Tätigkeit von Ärzten in der Hospizarbeit oder der Palliativmedizin.

"Am Lebensende geht es in erster Linie darum, Unsicherheiten und Ängste zu nehmen und Leiden und Schmerzen zu lindern", erklärt Heike Baehrens. In einem gesellschaftlichen Klima, das suggeriert, die Sterbehilfe sei ein guter Ausweg, könnten sich insbesondere ältere, kranke Menschen gedrängt fühlen, von einer regelmäßig angebotenen Sterbehilfe Gebrauch zu machen. "Gerade schwerkranke und sterbende Menschen brauchen aber die bestmögliche Zuwendung und Versorgung, und keinen Suizid auf Abruf", sagte Heike Baehrens.