Angesichts der bunten Computersimulationen über eine mögliche Verlegung der Hauptstraße, die Bürgermeister Norbert Aufrecht in der Gemeinderatssitzung an die Wand warf, wunderten sich nicht nur die zahlreichen Zuhörer, die sich im Sitzungssaal eingefunden hatten. Auch einigen Gemeinderäten gingen die Zukunftsvisionen aus dem Rathaus zu weit. "In die unterste Schublade" will Rolf Reick (Freie Wähler) die Pläne ablegen und Matthias Kreuzinger (CDU) befürchtete, dass diese Vorstellung zur weiteren Verwirrung der Heininger beitragen wird. "Jetzt spinnen sie völlig", wäre wohl noch das mildeste Urteil der Heininger.

Nach einem Gedankenspiel von Verbandsbauamtsleiter Reiner Reule (er war im Urlaub und nicht anwesend) könnte die Hauptstraße hinter das Rathaus, also auf seine östliche Seite verlegt werden. So würde vor dem Rathaus zum alten Schulhaus und der Kirche ein Platz entstehen, der gestaltet werden könnte, unter dem eine Tiefgarage und vielleicht ein Supermarkt Platz finden könnten. Reick sieht das anders. "Wir gewinnen nichts und verlagern die Probleme nur von vor nach hinter dem Rathaus." Dies musste auch der Rathauschef einräumen. Und auch, dass das Projekt im Prinzip nicht finanzierbar ist. Denn aufgrund der Topografie wären große Stützbauwerke notwendig, es müssten weitere Häuser und Grundstücke gekauft und abgerissen werden.

Weit realistischer als die Verlegung der Straße ist, dass die Ortsdurchfahrt im kommenden Jahr komplett saniert wird. Im Rahmen des Landessanierungsprogramms wird die Kommune auch die Randbereiche in der Nähe des Rathauses optisch aufwerten. An der Straße selbst kann nichts verändert werden. Denn bereits jetzt ist sie so schmal, dass an manchen Stellen Lastwagen und Bus nicht aneinander vorbeikommen. Über Details wird der Gemeinderat im Herbst diskutieren, vermutlich in einer Sondersitzung. Im Herbst sollen die Bürger mit ins Boot genommen werden. In einer Bürgerversammlung werden sie über neue Überlegungen zum alten Schulhaus ebenso informiert werden wie darüber, wie der "Schulzenberg" mit der Einmündung der Kirchstraße und das Umfeld der alten Schule gestaltet werden könnten.