Hattenhofen Hattenhofen kämpft für sich allein

Hattenhofen / JÜRGEN SCHÄFER 20.03.2014
Hattenhofen bewirbt sich um einen Grüngutplatz des Kreises - und verweigert die Unterstützung für die Nachbargemeinde Zell, die auch einen will.

Erwartungsgemäß hat der Hattenhofer Gemeinderat der Anfrage des Abfallwirtschaftsbetriebs zugestimmt, seinen Kompostplatz für einen Grüngutplatz des Kreises zur Verfügung zu stellen. Mit 60 Ar hat der Platz eine gute Größe und einen soliden Unterbau. Befestigung, Einzäunung und Entwässerung seien "umsetzbar", stellte Bürgermeister Jochen Reutter fest. Der Standort am westlichen Ortsrand könne sowohl Zell/Aichelberg als auch den Raum von Schlierbach bis Sparwiesen "verkehrsgünstig abdecken". Es entstehe zwar eine "gewisse Vekehrsbelastung", so der Rathauschef, aber dafür bleibe der Einwohnerschaft eine Infrastruktur erhalten.

Für den Gemeinderat war noch etwas anderes wichtig: Ein Grüngutplatz biete der Bevölkerung die Möglichkeit, fertigen Kompost abzuholen. Das gebe ein bloßer Sammelplatz nicht her, den die Gemeinde dann auch auf eigene Kosten einrichten müsste.

Wolfgang Liebrich begrüßt die Bemühungen der Nachbargemeinde Zell um einen Grüngutplatz. Dann bleibe Hattenhofen der Anlieferverkehr aus dieser Richtung erspart, der die Bürger an der Ortsdurchfahrt belaste. So sah das auch Bürgermeister Reutter. Er stellte einen Wunsch der Gemeinde zur Abstimmung: Der Abfallwirtschaftsbetrieb möge auch einen Grüngutplatz in Zell prüfen - insbesondere für den Fall, dass im Raum unteres Filstal nur ein Grüngutplatz kommt.

Aber das verwarf der Gemeinderat mit acht gegen vier Stimmen. Günter Gaul machte die Gründe deutlich: Es gehe um das Hattenhofer Interesse, die Nachbargemeinde sei ein Konkurrent.

So sieht das auch der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, Eberhard Stähle. Er lehnt zwei Grüngutplätze im Raum Bad Boll ab. Entweder Hattenhofen oder Zell. Beide haben ihren Hut in den Ring geworfen. Die Entscheidung liegt beim Kreistag.

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