Im Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen gibt es ein Problem mit Mäusekot: Drei Bereitschaftspolizisten sind in den vergangenen Monaten am gefährlichen Hantavirus erkrankt. Mit allen Mitteln wird versucht, das Problem in den Griff zu kriegen, immer wieder werden ganze Räume abgesperrt und desinfiziert, wie der Sprecher des Präsidiums, Armin Förster, berichtet. Er sagt aber auch: Es sei nicht erwiesen, dass die Kollegen sich tatsächlich auf der Dienststelle infiziert hätten. Immer wieder seien tote Mäuse im Labor untersucht worden: „Es wurde kein Hantavirus gefunden.“

Dennoch wird auf dem weitläufigen Areal vorbeugend gehandelt, sagt Förster. „Sobald wir Kotreste oder eine tote Maus finden, wird der Raum gesperrt und desinfiziert.“ Auch würden immer wieder Fallen ausgestellt. „Wir tun alles, was im normalen Dienstbetrieb möglich ist.“ Am 6. November sei nach Fällen im Juli und August erneut ein Kollege erkrankt und musste stationär im Krankenhaus aufgenommen werden.

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Göppingen

„Die Körperschutzausstattung eines Einsatzzugs war in einem Keller gelagert, wo sich der jetzt infizierte Kollege aufgehalten hat“, erklärt Förster. Das hatte Folgen: Die Schutzausrüstung musste desinfiziert werden und war am Samstag noch nass. „Da standen wir vor der Frage: Setzen wir den Einsatzzug gar nicht ein oder nur dort, wo dies ohne Gefahr möglich ist“, erzählt Förster. Denn der rund 30-köpfige Zug war als einer von vier Zügen für das Drittliga-Spiel SG Sonnenhof Großaspach gegen den SV Waldhof Mannheim vorgesehen.

Die Entscheidung, die Beamten schließlich ohne die Ausrüstung in den Rems-Murr-Kreis zu schicken, erwies sich laut Förster als richtig: „Das Spiel war dermaßen friedlich, dass gar kein Einsatzzug seine Schutzausrüstung anzog.“

Polizist ist auf dem Weg der Besserung

Der am 6. November erkrankte Polizist befindet sich laut Förster auf dem Weg der Besserung und konnte das Krankenhaus wieder verlassen. Auch die im Sommer erkrankten Kollegen seien wieder gesund.

Rötelmäuse sind in Süddeutschland die Hauptüberträger des Hantavirus. Eine Erkrankung beginnt meist ähnlich wie eine Grippe mit plötzlich einsetzendem hohen Fieber. Hinzu kommen Kopf- und Gliederschmerzen sowie Bauch- und Rückenschmerzen. In schweren Fällen kann es zu Blut im Urin und zu Nierenfunktionsstörungen kommen.