Während im Landkreis Göppingen regelmäßig neue Corona-Fälle gemeldet werden, ist die Region 2020 bislang vom Hantavirus verschont geblieben. Ende vergangener Woche meldete das Landesgesundheitsamt null Fälle im Kreis Göppingen (Stand: 8.5.20), zum selben Zeitpunkt des Vorjahres waren es elf Fälle gewesen. 2019 hatte  es im Kreis Göppingen einen starken Anstieg bei Infektionen gegeben.

Ähnlich ist die Lage in den Nachbarkreisen: Lediglich im Kreis Esslingen (2/Vorjahreszeitraum 17) und im Ostalbkreis (1/8) haben sich bislang Menschen eine Infektion mit dem Hantavirus zugezogen, das die Rötelmaus über Kot und Urin verbreitet.

Hantavirus 2020: Keine Infektionen im Alb-Donau-Kreis

Eine Null steht in den Kreisen Alb-Donau (Vorjahr 7), Heidenheim (7), Rems-Murr (1) und Reutlingen (8). Auch Baden-Württemberg weit gibt es bislang insgesamt deutlich weniger Fälle. 21 Infizierte sind es seit Jahresbeginn, 168 waren es im Vorjahr. Das geht aus einer Mitteilung des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart hervor.

Rötelmäuse finden wenig Nahrung

Grund für die geringen Zahlen: Im Herbst war laut RP der Fruchtertrag bei Buchen und Eichen im Land sehr gering – und damit das Nahrungsangebot für die Rötelmäuse, die bevorzugt in Laubwäldern leben, sich aber auch gerne in Schuppen und Gebäuden aufhalten, eher schlecht. In den weiteren Wochen rechnet das Landesgesundheitsamt daher weiterhin mit einem niedrigen Infektionsrisiko. Das vergangene Jahr war mit landesweit 833 Erkrankungen ebenso ein starkes Hantavirus-Jahr wie 2017 (935) und 2015 (497).

Stuttgart/Göppingen

Fieber und andere ähnliche Symptome wie bei Grippe

Das RP mahnt dennoch, nicht auf Schutzmaßnahmen zu verzichten. Der Mensch atmet das Virus durch aufgewirbelten Staub ein, Schutz bieten daher Mundschutzmasken. Bei Reinigungsarbeiten sollten die Flächen zuvor befeuchtet werden. Eine Erkrankung mit dem Hantavirus beginnt meist ähnlich einer Grippe mit plötzlich einsetzendem hohen Fieber.

Kreis Göppingen