Wäschenbeuren Häsabstauba mit neuer Zeremonie in Wäschenbeuren

Wäschenbeuren / CORNELIA VILLANI 07.01.2015
Zwei Narrenbäume, fliegende Hexen, Gardemädels und Taufe am Pranger: Mit einer großen Show startete der Brauchtumsverein Wäschenbeuren am Dienstagnachmittag in seine Fasnet-Kampagne.

"Was jetzt kommt, weiß ich auch nicht", sagt Marco Schmid und grinst verschmitzt. Wie dem Vorsitzenden des Brauchtumsvereins ging es wohl den meisten vor der Bürenhalle, ob Zuschauer oder Vereinsmitglied. Denn die Taufzeremonie der neuen Narren, die am Dienstag Premiere hatte, war von den Erfindern streng geheim gehalten worden.

"Bislang stand hier immer eine Rutsche, auf dem die Neuen in einen Bottich voll Konfetti gerutscht sind", erzählt Schmid. Doch weil in diesem Jahr 30 Täuflinge auf der Liste standen - 25 vom Brauchtumsverein und fünf Guggenmusiker von den Donzdorfer Noda Biag'r - habe es sich gelohnt, sich eine neue Methode zu überlegen. Ein Raunen geht durch die zahlreichen Zuschauer, als Schmid die Bühne verlässt und drei seiner Hexenkollegen beginnen, Wasserkanister und Konfettisäcke heranzukarren. Mit dem Kran, der Minuten zuvor den Narrenbaum auf seinen Platz gehoben hatte, schwenkt dazu ein verhülltes, großes Objekt auf die Menge zu. "Spätestens jetzt hätte ich Angst, wenn ich eine Neue wäre", raunt im Publikum eine Flecka Hexe ihrer Nachbarin zu.

Unter heroischer Musik setzt der Kran das große Etwas auf die Bühne. Mit Schwung enthüllen die Hexen einen Pranger aus massivem Holz. Für fünf Menschen stehen Löcher für Kopf und Hände bereit. Quer darüber sind fünf Trichter befestigt, die auf jede Öffnung zielen. Unter großem Gelächter lassen sich die ersten Täuflinge einspannen. Drei Fragen müssen sie beantworten, auf die Belohnung oder Bestrafung folgen könnten. Welches Busunternehmen den Verein während der vergangenen Kampagne begleitet hatte und dass die Wäschweiber immer ganz vorne im Bus sitzen, wissen die Fünf noch. Doch welche Temperatur beim Häsabstauba 2014 gemessen worden war, können sie unmöglich richtig beantworten. Und so erhält jeder eine ordentliche Wasserdusche aus den Trichtern.

Elf Flecka Hexa, zehn Krettabachkatza, vier Wäschweiber und fünf Noda Biag'r erhielten so ihre Taufe zum Narren. Marco Schmid hatte sich gefreut, dass die Katza und Wäschweiber damit zu den Flecka Hexa aufholen. "Die Hexen stellen die größte Gruppe im Verein und bestehen dieses Jahr wie die Katza seit 19 Jahren", erzählte er. Die Wäschweiber sind die älteste Gruppe und haben den Brauchtumsverein 1989 gegründet.

Traditionell startet die Fasnet-Kampagne in Wäschenbeuren mit dem Häsabstauba am 6. Januar. Zwei Hexa flogen dazu dieses Jahr am Kran heran, während die Vereinsflagge gehisst wurde. Anschließend wirbelten die Gardezwerge des örtlichen Tanzgardevereins über die Bühne und erhielten viel Beifall. Wie in jedem Jahr wurden zwei Narrenbäume aufgerichtet. Einmal der normale Baum, eine etwa 18 Meter hohe Birke, bei welcher der Kran zum Einsatz kam.

Ein paar Meter daneben stemmte der Narren-Nachwuchs den kleineren Kinderbaum in die Senkrechte. Zwischendurch spielten die Donzdorfer Noda Biag'r immer wieder fetzige Musik. Damit ging es dann drinnen in der Bürenhalle weiter, bei der traditionellen Abstauberparty.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel