Ihre Ergebnisse zum Breitbandausbau in Bad Ditzenbach hat Karin Fäller von der Stuttgarter Firma „RBS wave“ in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt.  Wie im Juli vergangenen Jahres berichtet, hat Bad Ditzenbach den Bundeszuschuss in Höhe von 50 000 Euro zur Förderung des Breitbandausbaues verwendet und RBS wave mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Zwischenzeitlich ermittelte das Beratungsunternehmen den Ist-Stand, analysierte die Ausgangssituationen, erkundete den Markt, stellte Versorgungslücken fest und anderes mehr.

„Digitalisierung ist heute in aller Munde“, bemerkte Karin Fäller bei der Vorstellung ihres Gutachtens. Jeder wolle alles online machen und die digitale Welt verändere alle Lebensbereiche. Aber: Je länger eine Leitung ist, desto weniger Bandbreite habe sie. Fäller ging auf den möglichen Netzausbau in drei Stufen ein. FTTC  (Fibre to the Curb) ist Glasfaser bis zum Bordstein, diese Möglichkeit werde in Deutschland zu 80 Prozent angewendet. FTTB (Fibre to the Building) bedeutetet, dass das Glasfaserkabel im Gebäude endet und die letzten Meter bis zum Teilnehmeranschluss eine Kupferverkabelung sind. Das Allerbeste sei, so Fäller, aber FTTH (Fibre to the Home), wobei das Glasfaserkabel bis zum Anschluss im Haus geführt wird.

Wie die Glasfaserkabel aussehen, demonstrierte die Technikerin und stellte auch verschiedene Leerrohre vor, die im Bedarfsfall zum Beispiel bei Kanalsanierungen gleich mitverlegt werden können. Diese Möglichkeiten will Bürgermeister Herbert Juhn, wie er sagte, gleich ergreifen und prüfen, ob bei den anstehenden Kanalsanierungen im Ort solche Leerrohre mit eingelegt werden können.

Informationen aus dem Breitbandatlas hätten ergeben, berichtete Fäller, dass das Gewerbegebiet Gosbach breitbandmäßig unterversorgt sei, während die Hiltenburgschule und die Grundschule Gosbach ausreichend versorgt sind. Die weitere Strukturplanung sehe die Ermittlung von Synergien (geplante Baumaßnahmen), die  Machbarkeit in einem angemessenen Zeitraum, das  Mitverlegen von Leerrohren, eine Kostenschätzung und die Planung eines FTTB-Ausbaues vor.

Mehr als eine Million Euro für Auendorf


Die Gesamtkosten schätzte Karin Fäller  auf etwa 8,710 Millionen Euro. Der Ausbau des Gewerbegebietes Gosbach dürfte etwa 178 536 Euro kosten, der Ausbau in Auendorf zirka 1,248 Millionen Euro. Alle Kosten beinhalten den Tiefbau, Hausanschlüsse, Verteiler-  und Hauptkabel. Wie Alexander Fromm von der Kreiswirtschaftsförderung meinte, könnte die Gemeinde sparen, wenn die Betreiber auf eigene Kosten Leerrohre einlegen.

Bisherige Anbieter für ein Glasfasernetz auf der Gemarkung von Bad Ditzenbach sind Veratel, Unitymedia und die Telekom AG. Für einen Zugang mit 120 Mbits/s sorgt Unitymedia bei der Hiltenburgschule.