Montagabend geht in der Gosbacher Turnhalle das "Wahlforum" unserer Zeitung zur Bürgermeisterwahl am kommenden Sonntag in Bad Ditzenbach über die Bühne: GZ-Redaktionsleiter Karsten Dyba wird den sechs Kandidaten (oder auch sieben, wenn Nein-Sager Andreas Fischer doch noch "Ja" sagt) auf den Zahn fühlen, was sie in der Badgemeinde und ihren beiden Teilorten in den nächsten acht Jahren bewegen wollen. Nachdem bei der offiziellen Kandidatenvorstellung am Mittwoch keine Diskussion erlaubt war, darf man gespannt sein, welche Erwartungen die Ditzenbacher, Gosbacher und Auendorfer an ihren neuen Bürgermeister haben.

Der alte Bürgermeister Gerhard Ueding hat in seiner 24-jährigen Amtszeit einiges auf den Weg gebracht. Drei Ortskernsanierungen, groß angelegte Hochwasserschutzmaßnahmen und die Umgehungsstraße für Gosbach sind kommunalpolitische Leistungen, von denen andere Gemeinden immer noch träumen.

Doch neben diesen Großprojekten sind etliche kleinere Baustellen liegen geblieben. So wurden mit den Ortskernsanierungen zwar schmucke Dorfmitten geschaffen, dafür hat man Peripherie vernachlässigt. Ob Bad Ditzenbach, Auendorf oder Gosbach - überall bröckeln die Straßen, klaffen Schlaglöcher und liegen marode Leitungen im Untergrund, sobald man den Ortskern verlässt.

In Gosbach und Bad Ditzenbach führen enge Straßen und steigender Fahrzeugbesitz darüber hinaus noch zu massiven Parkproblemen. In der Schulstraße in Gosbach soll jüngst ein Rettungswagen nicht mehr durchgekommen sein, weil die Straße mit parkenden Autos verstopft war.

Derweil klagen die Ditzenbacher über immer weniger Einkaufsmöglichkeiten im Ort. In der Fußgängerzone haben bereits mehrere Läden geschlossen, Nachfolger sind nicht in Sicht.

Beim Thema Tourismus werfen Kritiker der Verwaltung vor, sich in der Vergangenheit zu sehr auf die Zugkraft des Thermalbades verlassen zu haben. Im Tourismusbüro würden die Gäste zwar zur Hiltenburg und Bergkapelle geschickt, allerdings seien dann nicht mal die Wanderwege gerichtet.

In Auendorf geht derweil die Angst um, dass mangels ausreichender Kinderzahlen irgendwann der Kindergarten am Ort geschlossen werden könnte.

Bleiben zum Schluss noch die "Dauerbrenner" Turnhalle in Gosbach und Bürgergarten mit Veranstaltungspavillon in Bad Ditzenbach. Den vier Millionen teuren Bürgergarten hat der Gemeinderat angesichts der drückenden Schuldenlast bereits wieder auf die lange Bank geschoben. Selbst den im Grundsatz bereits beschlossenen Bau einer neuen Halle am alten Standort wird sich die Gemeinde frühestens in zwei Jahren leisten können. Bis dahin sind intelligente Konzepte gefragt, wie man sich Bau und Unterhalt von einer oder zwei, einer reinen Sporthalle oder doch einer Mehrzweckhalle auf Dauer leisten kann. Aufgaben gibt es also genug. In Bad Ditzenbach werden kluge Köpfe gesucht für kreative Lösungen, die wenig kosten und viel bewirken.
 



Info Das Wahlforum der GZ beginnt Montag um 19 Uhr, Saalöffnung ist um 18.30 Uhr.