Kreis Göppingen Gute Freibad-Bilanz dank Hitze-Sommer

Beim Freibadfest im Wiesensteiger Freibad waren die Schwimmbecken voll. Insgesamt bewerten die Betreiber die Besucherzahlen in dieser Saison positiv. Doch auch wenn die Einnahmen wie diesen Sommer hoch sind: Geld zurücklegen ist nicht möglich.
Beim Freibadfest im Wiesensteiger Freibad waren die Schwimmbecken voll. Insgesamt bewerten die Betreiber die Besucherzahlen in dieser Saison positiv. Doch auch wenn die Einnahmen wie diesen Sommer hoch sind: Geld zurücklegen ist nicht möglich. © Foto: Markus Sontheimer
Kreis Göppingen / Christian Scharbert 07.09.2018
Das gute Wetter lockte viele Besucher in die Freibäder im Geislinger Raum. Was an Geld übrig bleibt, investieren die Kommunen in Sanierungen.

Das Geislinger 5-Täler-Bad kämpft gegen einen Trend an: „Das Interesse an Freibädern lässt mehr und mehr nach“, sagt Ulrich Becker, Gruppenleiter im Badebetrieb bei den Geislinger Stadtwerken. Trotz des heißen Sommers könne das Geislinger Freibad Besucherzahlen wie vor fünf bis zehn Jahren bei Weitem nicht mehr erreichen: Spitzenwerte von 3500 Badegästen an einem Tag gehören der Vergangenheit an. In diesem Jahr seien es höchstens 2000 Badegäste täglich gewesen.  „Wir versuchen, den Trend mit besonderen Aktionen, etwa für Kinder und Familien zu stoppen. Das bringt uns durchaus mehr Gäste ein“, erklärt Ulrich Becker.

Dabei habe das 5-Täler-Bad sogar ein „Bonbon“ für die Gäste, wie es Ulrich Becker bezeichnet: „Bei schlechtem Wetter können Besucher in das Hallenbad ausweichen. Auch bei gutem Wetter schafft die Kombination aus Frei-und Hallenbad ausreichend Bademöglichkeiten für Sportler, Familien und Jugendliche.“

Abgesehen von dem allgemeinen Negativtrend fällt die Besucherbilanz des Geislinger 5-Täler-Bads in dieser Saison erfreulich aus, berichtet Becker.  Einnahmen für eine kommende verregnete Badesaison zurückzulegen, sei jedoch trotzdem nicht möglich: „Wir sind ein Betrieb des öffentlichen Dienstes, da sind wir dazu verpflichtet, die Einnahmen zu reinvestieren“, stellt der Betriebsleiter klar. So müssen zum Beispiel die Badeanlagen instand gehalten werden. Zudem arbeitet die Stadt Geislingen an einem Konzept, das Außenbecken des Hallenbads zu sanieren (wir berichteten). Becker äußerte sich nicht dazu, wann es mit der Sanierung losgehen soll. Zudem wolle man für das Bad mehr Liegen anschaffen. Jüngst wurde außerdem in ein neues Landebecken der Rutsche investiert.

Den Meilenstein von 100 000 Besuchern innerhalb der Badesaison konnte das 5-Täler-Bad immerhin vor ein paar Tagen erreichen. Bei einer so hohen Besucheranzahl ließen sich Konflikte und unangenehme Zwischenfälle nicht vollständig vermeiden, sagt Becker: „Bei regem Betrieb engagieren wir seit drei Jahren einen Sicherheitsdienst, denn die Übersicht über alle Gäste zu behalten, ist für uns Betreiber und Mitarbeiter allein sehr anspruchsvoll.“

Zufriedenheit auch in Lauterstein

Kleinere Bäder rund um Geislingen dagegen mussten sich wenig bis gar nicht mit unangenehmen Gästen auseinandersetzen, heißt es von den Verantwortlichen. Im Lautersteiner Freibad sei eine „familiäre und entspannte“ Bade-Atmosphäre zu spüren, sagt Lautersteins Bürgermeister Michael Lenz. In dieser Atmosphäre ereigneten sich sehr wenige unangenehme Zwischenfälle während der Badesaison. „Zudem haben wir natürlich nicht die Kapazität, überhaupt so viele Menschen wie in größeren Spaßbädern unterzubringen.“ Dass von Mai bis Mitte August bereits 20 000 Menschen durch die Tore des Freibads gegangen sind, stimmt Michael Lenz zufrieden. „Im vergangenen Jahr konnten wir solche Zahlen erst Ende September aufweisen.“ Doch auch die Stadt Lauterstein wird keine Rücklagen aus den Einnahmen bilden. „Wir betreiben das Freibad, um einen Treff- und Spaßpunkt im Ort zu schaffen. Doch insgesamt bleibt es ein Minusgeschäft, das ist uns bewusst“, so Michael Lenz.

Wiesensteig ist ein Hit

Viele Besucher kamen auch ins Wiesensteiger Tälesbad. „Das Bad ist über den gesamten Sommer hinweg sehr gut angekommen. Die Parkplätze waren jedenfalls voll“, berichtet Rebecca Wagner von der Stadtverwaltung. Die idyllische Lage des Bades, umrandet von Bergen, sowie eine Mischung aus Spaß und Erholung lockten ganz unterschiedliche Badegäste nach Wiesensteig, sagt Wagner. „Der Bereich mit Rutsche und Sprungbrett lädt zum Austoben ein. Im Schwimmbecken können andere  gemütlich ihre Bahnen schwimmen.“

Der Badespaß in Wiesensteig ist für dieses Jahr allerdings vorbei: Eine Woche früher als geplant mussten die Verantwortlichen den Badebetrieb für den Sommer einstellen. Ein Defekt an der Heizanlage, die eigentlich für eine erträgliche Wassertemperatur sorgen soll, ist der Grund für das frühzeitige Saisonende. „Ansonsten wäre es sogar eine Option gewesen, das Bad auch nach der Saison spontan an sehr schönen und warmen Herbsttagen wieder aufzumachen“, bedauert Wagner. Die Ursache des Heizungsschadens sei der Stadtverwaltung noch nicht bekannt.

65.000 Schwimmer in Kuchen

Auch die Gemeinde Kuchen kann auf eine außerordentlich gute Freibadsaison zurückblicken. Bis jetzt schwammen rund 65 000 Gäste ihre Bahnen. Ähnlich viele Besucher kamen zuletzt im Jahr 2015, berichtet  Steueramtsleiter Andreas Sapper von der Gemeinde Kuchen. Bis in den Badesommer 2009 muss die Gemeinde zurückblicken, um eine höhere Anzahl an Gästen in den Büchern zu finden. Doch das Freibadgeschäft sprudelte auch in Kuchen kein Plus in die Kassen, ergänzt Sapper: „Es ist und bleibt ein Zuschussprojekt. Die Gemeinde lässt sich das Bad einiges kosten, und das ist richtig so.“

Der Badespaß ist noch nicht zu Ende

Auch wenn die Temperaturen an manchen Tagen schon herbstlich sind, läuft der Betrieb in den meisten Freibädern noch bis nächste Woche. Das 5-Täler-Bad in Geislingen bleibt noch bis Dienstag geöffnet. Im Kuchener Freibad läuft der Betrieb ebenfalls noch bis Dienstag. Wenn das Wetter gut bleibt, hat das Freibad in Lauterstein noch bis Mittwoch geöffnet. Das Tälesbad in Wiesensteig hat bereits geschlossen, da die Heizungsanlage defekt ist. 

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