Adelberg Gutachter: Lärm übersteigt Grenzwerte

WESO 27.05.2016
Die Gesundheit von Anwohnern könnte durch den Lärm von geplanten Windrädern in Adelberg und von einem Gewerbegebiet Schaden nehmen.

Durch die nahe dem Adelberger Gewerbegebiet Ziegelhau geplanten zwei Windräder sind "dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigungen" durch Infraschall nicht auszuschließen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das die Gemeinde vor wenigen Wochen beim Unweltbundesamt in Auftrag gegeben hatte - als einen weiteren Stein auf dem Weg, den Bau von Windrädern zu verhindern.

In der Mai-Sitzung des Gemeinderates gab Bürgermeisterin Carmen Marquardt das Ergebnis der Schallmessungen bekannt. Die konkrete Aufgabe der Gutachter lautete, festzustellen, ob vom dem Gewerbegebiet bereits Lärm ausgeht, der mit dem von den Windrädern voraussichtlich verursachten Geräuschpegel den zulässigen Grenzwert überschreitet und die Anwohner unzumutbar belästigt.

Für das Umweltbundesamt kann derzeit "nicht verlässlich abgeschätzt werden, ob innerhalb von Gebäuden erhebliche Belästigungen vermieden werden." Daher seien bei Einwirkung tieffrequenter Geräusche ergänzende Messungen innerhalb der Wohnungen notwendig." Und genau diese hat die Gemeinde Adelberg mit dem in Auftrag gegebenen Gutachten veranlasst. Dafür stellte eine Familie im Ziegelhau für 24 Stunden ihr Haus zur Verfügung und zog in ein Hotel.

Tatsächlich sei dem Gutachten zufolge bereits jetzt der vom Gewerbegebiet ausgehende Lärm "grenzwertig", heißt es. Es sei davon auszugehen, dass es "mit Inbetriebnahme weiterer tieffrequenter Emissionsquellen dann auch zu erheblichen Überschreitungen der gesetzlich vorgegebenen Immissionsrichtwerte kommen wird". Die Gutachter kommen zu dem Schluss: "Windenergieanlagen im direkten nachbarschaftlichen Umfeld zum Untersuchungsort würden mit hoher Sicherheit die rechtlich zulässigen Grenzwerte und die Schutzansprüche der Anwohner unzulässiger Weise überschreiten."

In dem Gebiet, das als "Kaisersträßle" bekannt ist, waren zunächst sieben bis neun Windkraftanlagen geplant - 450 Meter vom Gewerbegebiet entfernt, in dem es auch einige Wohnungen gibt. Im Herbst vergangenen Jahres hatte der Regionalverband die Zahl der Windräder auf zunächst drei reduziert. Ein weiteres war dann wegen des dort lebenden Rotmilans gestrichen worden.