Dürnau/Gammelshausen Gütesiegel verzichtbar Verband: Qualitätsmanagement reicht aus

SWP 22.07.2015

Die Verbandsgemeinden Dürnau und Gammelshausen streben kein Gütesiegel für ihr Kinderhaus an. Der Aufwand schien den Gemeinderäten aus beiden Orten hoch, der Nutzen dagegen fraglich. "Haben wir einen Wettbewerbsvorteil? Ich glaube, dass fast keiner auf ein Zertifikat schaut", mutmaßte Dr. Christoph Grünwald (Gammelshausen) bei der jüngsten Verbandsversammlung. "Deswegen kommt wahrscheinlich kein Kind mehr", stimmte Bosede Staudenmayer (Dürnau) zu. Es müsse wohlüberlegt sein, mahnte auch Wolfgang Edenhofner (Dürnau). Die Zertifizierung sei ein wiederkehrender Prozess, "er kostet auch wieder."

Grünwald sah auch einen inhaltlichen Punkt kritisch. Er wolle kein Zertifikat, bei dem religiöse Angebote für Erzieherinnen ein Thema wären, was je nach Wahl der Gütesiegel-Institution der Fall sein kann. Ein kommunales Kinderhaus solle Neutralität bewahren.

Unabhängig davon begrüßt der Verband das Qualitätsmanagement des Kinderhauses, das auf eine verbindliche Grundlage gestellt werden soll. Die Leiterin Chris Maier hat bereits einen Entwurf für ein Qualitätshandbuch erstellt und will ihn noch ausarbeiten. Das wird dann ein Arbeitshandbuch, eine Orientierung für das Personal. Der Verbandsvorsitzende, Dürnaus Bürgermeister Friedrich Buchmaier, lobte die Fleißarbeit, die dieses Jahr noch fertig werden soll. Für die Kinderhaus-Leiterin ist es die Fortsetzung einer großen Vorarbeit: Sie hatte schon ein Qualitätshandbuch für den vormaligen Kindergarten Regenbogen ausgearbeitet, der dann im Kinderhaus aufging.