Bad Ditzenbach Grüne Damen: Den Menschen etwas Zeit schenken

Anerkennung für ehrenamtliche Arbeit: Elfriede Dursch, Edith Bitz, Cordula Diebold und Marion Müller mit Hildegard Gastaldi, Schwester Raphaela Heimpel und  Helga Weible bei ihrem Ausflug ins Kloster Wiblingen.
Anerkennung für ehrenamtliche Arbeit: Elfriede Dursch, Edith Bitz, Cordula Diebold und Marion Müller mit Hildegard Gastaldi, Schwester Raphaela Heimpel und  Helga Weible bei ihrem Ausflug ins Kloster Wiblingen. © Foto: Sigrid Balke
SIGRID BALKE 05.08.2016
Sie sind in der Bad Ditzenbacher Vinenz Klinik nicht mehr wegzudenken: Die Grünen Damen sind ehrenamtlich für die Patienten da und haben Zeit für sie.

Mit dem gewissen Blick für „suchende Augen“, mit Lebenserfahrung und mit dem Wunsch für andere Menschen da zu sein, sind ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Vinzenz Klinik unterwegs. Meist nach einem festen Aufgabenplan, aber dazwischen ist auch Zeit für Gespräche. Die „suchenden Augen“ signalisieren Hildegard Gastaldi, dass hier Unterstützung gefragt ist, ohne dass der Wunsch ausgesprochen, nach Unterstützung gefragt wird. Dass jemand sich Zeit nimmt für sie, haben die Rehabilitanden während der vorausgegangenen Behandlung im Krankenhaus nur selten erlebt. „Dafür fehlt dem Personal die Zeit – auch bei uns“ räumt Pflegedienstleiterin Marion Müller ein und würde sich über weitere Ehrenamtliche freuen.

 Die Grünen Damen sind Teil eines ökumenischen Dienstes der 1969 gegründet wurde und mittlerweile 12.000 ehrenamtliche Helfer zählt. Die allgemein gültige Bezeichnung Grüne Damen hat ihren Ursprung in den grünen Kitteln, mit denen sich die Ehrenamtlichen anfangs vom übrigen Personal in den Kliniken unterschieden. In der Vinzenz Klinik sind sie an einer grünen Schleife an ihrer Kleidung und an dem Namensschild zu erkennen, das sie als ehrenamtliche Mitarbeiter ausweist.

Hildegard Gastaldi ist die „Dienstälteste“ und seit gut 15 Jahren als Grüne Dame tätig. Sie findet ihren wöchentlichen Tag in der Klinik als ausgesprochen bereichernd. „Es ist schön gebraucht zu werden. Das ist ein Geben und Nehmen“ beschreibt sie ihre Tätigkeit und ihre persönlichen Kontakte zu den Rehabilitanden, den hauptamtlichen Mitarbeitern und den Schwestern. Das „sich kümmern“ wird vor allem von Patienten geschätzt, die wenig Besuch bekommen oder noch nie in einer Reha-Einrichtung waren. Viele erzählen ihre Krankengeschichte und manche persönlichen Probleme, berichten auch die anderen Grünen Damen (und ein Herr) von ihren Erfahrungen. Ein- bis zweimal pro Woche und an unterschiedlichen Tagen kümmern sich die sechs grünen Damen und ein Herr um die Begleitung von Neuankömmlingen zu ihrem Tisch im Speisesaal, um das tägliche Blutdruckmessen, sie erledigen kleine Besorgungen, helfen beim Ausfüllen von Formalitäten und nehmen vor allem die Angst vor dem Unbekannten.

Beim monatlichen Gesprächskreis mit Oberin Schwester Raphaela Heimpel und Pflegedienstleiterin Marion Müller besteht Gelegenheit, sich untereinander zu begegnen, sich zu informieren, sich mit der Leitung auszutauschen, Anregungen zu geben oder Kritik zu äußern.