Schule Abschied von Gerhard Rademacher in den Ruhestand

Etwa 350 Menschen haben sich von Gerhard Rademacher verabschiedet, der nun in den Ruhestand geht.
Etwa 350 Menschen haben sich von Gerhard Rademacher verabschiedet, der nun in den Ruhestand geht. © Foto: Claudia Burst
Deggingen / Claudia Burst 12.07.2018
Mit Gerhard Rademacher wurde am Mittwoch ein Mann in den Ruhestand verabschiedet, der sich seit 42 Jahren für die Belange Jugendlicher einsetzte.

Mehr als 350 vorwiegend berufliche Weggefährten fanden sich am Mittwoch im Canisiusheim in Deggingen ein, um Gerhard Rademacher von der BruderhausDiakonie in Deggingen feierlich in den Ruhestand zu verabschieden.

Mit Rademacher geht ein Pädagoge, der bereits im Jahr 1976 als Sonderschullehrer an die damalige Gustav-Werner-Stiftung kam, 1983 die Leitung der Oberbergschule übernahm und ab dem Jahr 1986 außerdem noch die Leitung der Jugendhilfen Deggingen. Mit der dadurch erworbenen Kompetenz war er  intensiv daran beteiligt, die Jugendhilfe-Arbeit im Landkreis interdisziplinär aufzustellen und zu dem umfassenden Hilfswerk zu machen, wie es sich heute darstellt. Darüber hinaus war Rademacher engagiert in unterschiedlichen Fachverbänden auf Landes- und Bundesebene und ein gefragter Experte für fachliche und fachpolitische Themen.

Beharrlich und hartnäckig

Kein Wunder also, dass der 65 Jahre alte Gerhard Rademacher bei seinem Abschied Lob und Bewunderung einheimste. Als „Grandseigneur“ der Jugendhilfe im Kreis Göppingen etwa bezeichnete ihn Landrat Edgar Wolff und bescheinigte ihm „ein großes Herz, klare Worte und einen weiten Blick“ auf die Jugendarbeit. Wolff nannte Gerhard Rademacher „beharrlich, hartnäckig und streitbar, wo notwendig“ und bedankte sich bei ihm für seinen „Einsatz mit Leidenschaft und Herzblut“.

Begonnen hatte der Abschied schon am Morgen mit einem Sekt­empfang, im Anschluss hielt Prälatin Gabriele Wulz einen kurzen geistlichen Impuls, bevor Günter Braun, der Fachliche Vorsitzende der BruderhausDiakonie, die Verabschiedung übernahm. Er sprach Gerhard Rademacher seinen Dank, Respekt und Hochachtung für dessen Lebensleistung aus.

Die offizielle Versetzung Rademachers aus seiner Funktion als Sonderschulleiter in den Ruhestand übernahm Jörg Hofrichter, der Leiter des Staatlichen Schulamts in Göppingen. „Menschen stark zu machen“, darin habe der Pädagoge seine Aufgabe gesehen und das habe er geschafft. „Du hinterlässt ein starkes Team, das auch ohne dich funktionieren wird“, zeigte er sich zuversichtlich.

Den Reigen warmer Abschieds-Grußworte gestalteten neben Landrat Wolff Eva-Maria Armbruster vom Diakonischen Werk Württemberg, Jürgen Grajer vom Fachverband Kinder, Jugend und Familie im Diakonischen Werk Württemberg und – für die Kommunen im Landkreis – Oberbürgermeister Klaus Heininger aus Eislingen. „Dank Ihnen haben wir das Rundum-Sorglos-Paket gebucht“, sagte er an die Adresse Rademachers und bezeichnete dessen Netzwerk aus Schulsozialarbeit, offener Jugendarbeit und mobiler Jugendarbeit als „qualitätsvolles Fundament“.

Dass Rademacher auch bei seinen Mitarbeitern und im Kollegium beliebt war und Hochachtung genoss, zeigte deren vorgesungenes Abschiedslied. Die Schulleiter-Kollegen der Sonderpädagogischen Zentren im Landkreis nahmen seine Vorliebe für Zitate aufs Korn und verabschiedeten ihn mit einem „Zitatenschatz“.

„Freiheit, Disziplin und die Achtung vor Menschen ist mir im Leben und war mir im Berufsleben immer wichtig“, betonte Gerhard Rademacher am Ende der dreistündigen Veranstaltung. Er ließ sich keine Wehmut anmerken, aber dass „das Feuer für Jugendhilfe“ immer noch brennt, wurde bei seinen Abschiedsworten deutlich. Seine Ausführungen beendete er mit: „Ich bin jetzt überflüssig. Das war mein Ziel.“ Lachen und lang anhaltender Beifall der Gäste im Stehen würdigten ihn zum Abschluss.

Info Mit Michael Schubert und Andrea Groeneveld stehen als Nachfolger für Gerhard Rademacher bereits in den Startlöchern. Schubert übernimmt die Fachbereichsleitung der Oberbergschule, Groeneveld die Fachbereichsleitung Jugendhilfe.

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